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Durchbruch für Microsoft in China

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Vier führende chinesische Computerhersteller werden ihre Computer künftig mit dem neuen Betriebssystem Windows XP von Microsoft ausstatten. Die Vereinbarung von Legend, TCL, Tsinghua Tongfang und Great Wall Technology mit Microsoft wurde am Donnerstag in Peking verkündet. Die Vorinstallierung und ein gemeinsames Echtheitszertifikat diene auch dem Kampf gegen die weit verbreiteten Raubkopien in China, hieß es von den Vertragspartnern. Die Unternehmen decken rund 60 Prozent des rapide wachsenden Computer-Marktes in China ab.

Damit ist Microsoft auf dem drittgrößten Computermarkt der Welt ein entscheidender Schritt auf dem Weg gelungen, Windows XP als Standard-Betriebssystem zu etablieren. Der amerikanische Software-Hersteller hatte in den 90er Jahren einen schwierigen Start in China, wo auch Regierungsbehörden immer wieder die Vorzüge von Linux hervorgehoben haben. So wollte beispielsweise einer der jetzigen Unterzeichner, TCL, noch vergangenes Jahr ein chinesisches Betriebssystem auf der Grundlage von Linux installieren. Chinas größter Computerhersteller Legend kündigte noch Mitte dieses Jahres einen einfachen Internet-PC mit dem eigenen "Happy Linux" an.

"China ist einer der bedeutendsten Märkte der Welt geworden", sagte Vize-Generalmanager von Microsoft für China, Kelvin Hou. Etwa neun Millionen Computer sollen in diesem Jahr verkauft werden. "Nach Chinas Aufnahme in die Welthandelsorganisation schenkt Chinas Geschäftswelt und Gesellschaft dem Schutz des geistigen Eigentums mehr und mehr Aufmerksamkeit", sagte Alexander Huang, Regionaldirektor von Microsoft in Asien. Nach einer jüngsten Umfrage in Peking und Kanton haben 78 Prozent der Befragten schon illegal kopierte Software, Musik-CDs, Video-CDs oder DVDs benutzt. (dpa) / (jk)