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Dying Light 2: Blut und Schweiß in der Zombie-Sandbox

Dying Light 2 ist eines der spannendsten Spiele der Gamescom. Vorher tobt sich Entwickler Techland noch mit einem Battle-Royale-Ableger aus.

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Dying Light 2: Blut und Schweiß in der Zombie-Sandbox

(Bild: Techland)

Eines der besten Spiele der Gamescom kommt vom vergleichsweise unbekannten polnischen Entwickler Techland. Das Studio hinter dem unterschätzten Dying Light, das in Deutschland auf dem Index landete, arbeitet an einem Nachfolger. Dying Light 2 kombiniert erneut eine offene Spielwelt mit Zombies. Davor kommt noch Dying Light: Bad Blood auf den Markt, ein kostenlos spielbarer Battle-Royale-Ableger. Gut, dass sich Techland damit den Free2Play-Virus aus dem System spült – und das deutlich interessantere Dying Light 2 hoffentlich frei von Mikrotransaktionen hält.

Bei einer Präsentation auf der Gamescom haben die Entwickler Dying Light 2 im Rahmen einer Live-Demo vorgeführt. Die anwesende Presse durfte also nicht selbst spielen, bekam aber zumindest echte Gameplay-Szenen vorgeführt. Die hatten es in sich: Dying Light 2 läuft in einer neuen Engine, die eine beeindruckende, weitläufige Spielwelt mit vielen Details auf den Bildschirm wirft. In dieser Welt macht der Spieler Jagd auf Zombies, verfeindet oder verbündet sich mit diversen Menschen-Fraktionen und klettert über Hausdächer.

Dying Light 2: Entwickler-Screenshots (12 Bilder)

(Bild: Techland)

Die aus dem ersten Teil bekannten Parkour-Elemente wurden in Dying Light 2 noch einmal ausgebaut. Man kann sich nun zum Beispiel an physikalisch simulierten Objekten entlangschwingen, um so ziemlich jedes Gebäude in der Spielwelt zu erklettern. Aufgrund der First-Person-Perspektive erinnert Dying Light 2 dadurch an ein etwas bodenständigeres Mirror's Edge.

In der offenen Sandbox-Welt erledigen Spieler Missionen und treffen Entscheidungen. An mehreren Punkten in der Story muss der Spieler Entscheidungen treffen, die nicht nur den weiteren Verlauf der Geschichte, sondern auch das Gameplay beeinflussen. Hilft man zum Beispiel den autoritären Peacekeepers, ein Gebiet einzunehmen, herrscht dort bald Recht und Ordnung. Die Peacekeeper halten die Gegend frei von Zombies sowie Banditen und installieren Seile und Rutschen, mit denen der Spieler die Gebäude schneller erklimmen kann. Dafür setzen die Möchtegern-Friedenshütern strenge Regeln in Kraft, die auch dem Spieler selbst zum Verhängnis werden können.

Hilft der Spieler hingegen der Scavenger-Fraktion, muss er die Wände weiterhin mühevoll in Eigenarbeit hochkraxeln, wird aber an den Einnahmen des Warenverkaufs beteiligt. Über ein Dutzend maßgeblicher Entscheidungen soll es schon jetzt im Spiel geben. Sie sollen sich dynamisch anfühlen und sich relevant auf die Spielerfahrung auswirken, versprechen die Entwickler.

Das Kampfsystem aus der Ego-Perspektive sieht ebenfalls richtig spaßig aus. Es ist dem Genre angemessen brutal und lässt Zombie-Köpfe spektakulär über den Bildschirm fliegen. Die Parkour-Systeme kann man außerdem auch im Kampf anwenden. Die Gamescom-Demo zeigt zum Beispiel, wie der Spieler einem Widersacher erst einen Eimer an den Schädel knallt, um ihn danach per Dropkick von einer Stange schwingend in den Abgrund zu kicken. Filigranere Spielertypen können auch versuchen, sich an den Gegnern vorbeizuschleichen.

Der Nahkampf in Dying Light 2 ist blutig, aber nicht übertrieben brutal. In manchen Titeln, die hierzulande verfügbar sind, geht es ähnlich hart zu. Ob Dying Light 2 erneut die Indizierung droht, ist aktuell noch nicht absehbar.

Quelle: Dying Light

So wie es aussieht, wird sich Dying Light 2 – abgesehen vom Koop-Modus – Online-Elemente und Free2Play-Modelle ersparen, um sich voll dem Einzelspieler-Erlebnis zu widmen. Techland geht den interessanten Weg, ein Online-Spiel im Dying-Light-Universum separat zu veröffentlichen, statt es an das Singleplayer-Spiel dranzukleben. Dying Light: Bad Blood ist ein Battle-Royale-Spiel, das im Großen und Ganzen den Standards des Genres entspricht. Wie der erste Dying-Light-Teil konzentriert es sich aber auf den Nahkampf und bindet ein Parkour-System ein, das der Spielmechanik mehr Vertikalität verleihen soll.

Da Dying Light: Bad Blood schon im September als Early-Access-Version in den Handel kommt, durfte die Presse auch schon selbst anspielen. Die Fortbewegung und das Kampfsystem erinnern stark an den ersten Serienteil. Bad Blood basiert noch auf der Engine des ersten Ablegers, profitiert also nicht von den Verbesserungen, die Dying Light 2 so gut aussehen lassen.

Screenshots aus Dying Light: Bad Blood (5 Bilder)

Dying Light: Bad Blood ist im Kern ein Battle-Royale-Spiel, das der Spielmechanik des ersten Dying-Light-Titels sehr nahe kommt.
(Bild: heise online)

Neben gegnerischen Spielern bekämpft man in Bad Blood auch Zombies, um den eigenen Charakter aufzuleveln. Das ist im Kern eine gute Idee, da man so die ereignislose Langeweile auf den recht großen Maps überbrücken kann. Beim Anspielen waren diese Zombies aber sehr rar gesät, sodass man trotzdem lange tatenlos herumlief. Das präzise Parkour-System macht Spaß und wertet das Gameplay im Vergleich mit anderen Vertretern des Genres auf. Dying Light: Bad Blood wirkt insgesamt wie ein solides Battle-Royale-Spiel. Ob das allerdings reicht, um den Genre-Größen PUBG und Fortnite gefährlich zu werden, ist zweifelhaft.

Die separate Veröffentlichung von Einzel- und Mehrspielermodi könnte Schule machen: Spieler, die den Einzelspieler-Modus bevorzugen, müssen sich nicht mit Multiplayer-Elementen herumschlagen. Und diejenigen, die eigentlich nur online spielen wollen, müssen kein Geld für den Einzelspieler-Modus liegen lassen – aus Konsumentensicht ein Vorteil im Vergleich zu Spielen wie GTA V und der Battlefield-Reihe, wo Einzel- und Mehrspieler-Modi in einem Paket gebündelt sind.

Dying Light: Bad Blood erscheint im September als Early-Access-Version, die 20 Dollar kostet. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Spiel dann auf ein Free2Play-Modell umgestellt, das sich über den Verkauf von Skins für Spielfiguren und Waffen finanzieren soll. Der Release-Termin von Dying Light 2 ist noch nicht bekannt. (dahe)

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