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E-Book-Händler misten ihre Schmuddelecken aus

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Amazon und andere E-Book-Händler wie Barnes & Noble reagieren mit teils drastischen Maßnahmen auf pornografische Titel, die von Autoren im Selbstverlag auf den Plattformen der Betreiber angeboten werden. Während Amazon und Barnes & Noble schnell eine Reihe fragwürdiger Bücher aus dem Angebot genommen haben, sah sich die britische Bücherkette WH Smith offenbar genötigt, gleich ihre komplette Website abzuschalten.

Bei Kobo gibt es Weltliteratur und Porno – alles eine Frage des Suchbegriffs.

(Bild: Screenshot)

Das britischen Online-Magazin The Kernel hatte in der vergangenen Woche in der Schmuddelecke der E-Book-Stores gestöbert und dabei ziemlich viel Schund ans Tageslicht gezerrt: Von Autoren selbst veröffentlichte pornografische E-Books, die sich in grenzüberschreitender Weise mit Sujets wie Teenagern, Gewalt, Inzest, Sodomie und Vergewaltigung befassen. Offenbar gibt es eine aktive Szene von Hobby-Autoren, die mit Titeln wie "Caught And Captured By Daddy And Brother" ihr Auskommen finden – und die E-Book-Plattformen verdienen daran mit.

Das Material ist in der Regel nicht illegal – immer sind alle doch über 18 und auch gar nicht wirklich verwandt. Der ganze Schund auch nicht gerade neu, den Plattformbetreibern jetzt aber trotzdem peinlich. Amazon und Barnes & Noble haben die Titel, die gegen ihre Nutzungsbedingungen verstoßen, schnell aus dem Angebot gelöscht.

WH Smith hat den Laden gleich ganz zugemacht.

(Bild: Screenshot)

Bei WH Smith dauert das offenbar ein bisschen länger. Die englische Kette sah sich gezwungen, die eigene Website erst einmal abzuschalten. Auf der Startseite wird der Kunde nun informiert: "Wir haben sofort Maßnahmen eingeleitet, um sie alle zu entfernen. Wir haben uns dazu entschieden, die Website solange offline zu nehmen, um unsere Kunden und die Öffentlichkeit zu schützen."

WH Smith bezieht sein E-Book-Portfolio über die Plattform von Kobo. Der Plattformbetreiber selbst erklärte gegenüber BBC News, dass einige Autoren und Verlage die Regeln für selbstverlegte Titel gebrochen hätten. Doch wolle der Anbieter die freie Meinungsäußerung und den regen Austausch der selbstverlegenden Autoren-Community auf der Plattform nicht beeinträchtigen. (vbr)

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