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E-Book-Reader Kobo Glo: Er leuchtet

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Der September läutet den Bücherherbst ein. Nach Sony und Pocketbook (und wenige Stunden vor Amazon) präsentiert das kanadische Unternehmen Kobo seine neue Lesegeräte. Gleich eine ganze Reader-Familie gibt es von Kobo: die E-Book-Reader Kobo Glo und Kobo Touch sowie das Reader-Tablet Arc.

Der Kobo Glo löst mit 768 x 1024 Punkten höher als die meisten E-Ink-Lesegeräte auf.

(Bild: Kobo)

Der Kobo Glo hat wie Amazon Kindle und Sony Reader ein 6-Zoll-Display mit E-Ink-Technik der Pearl-Generation eingebaut – das typische Reader-Panel: sieht aus wie auf Umweltpapier gedruckt, lange Laufzeit, auch im Sonnenlicht gut lesbar, mit vergleichsweise hohem Kontrast. Aufgestockt hat Kobo bei der Auflösung: 768 × 1024 Bildpunkte (216 dpi) gabs mit E-Ink bisher nur beim iRiver Story HD, die Konkurrenten von Sony und Amazon liegen hier mit 600 × 800 Punkten (167 dpi) ein ganzes Stück darunter. Das sorgt in Büchern für schärfere Buchstabenränder und höher aufgelöste Illustrationen.

Ein Alleinstellungsmerkmal hierzulande ist die Beleuchtung, die das Lesen auch im Dunkeln ermöglicht: Der Glo hat an der unteren Kante des Displays fünf beim normalen Draufblicken nicht sichtbare LEDs angebracht, deren Licht mit einer Diffusionsschicht auf dem Display verteilt wird – das machte bei einer ersten Demonstration einen sehr gleichmäßigen und natürlichen Eindruck, fast als würde das Licht hinter dem Display hervorscheinen. Die Helligkeit lässt sich sehr fein regeln, die Schicht soll sich nicht negativ auf den Kontrast auswirken.

Die größten Unterschiede zwischen Kobo Glo, Kindle Touch und Sony Reader:

Kindle Touch WLAN (2011) Kobo Glo Sony Reader PRS-T2
Display E-Ink Pearl, 6 Zoll, 600 x 800 E-Ink Pearl, 6 Zoll, 768 x 1024 E-Ink Pearl, 6 Zoll, 600 x 800
Bedienung Touchscreen Touchscreen Touchscreen, Stift, mech. Tasten
DRM-Formate propr. Amazon-Format Epub + PDF (Adobe, Kobo) Epub + PDF (Adobe)
Shop Amazon, sehr gute Integration Kobo, gute Integration Libri.de, befriedigende Integration
Content-Angebot E-Books, Zeitungen, Zeitschriften E-Books E-Books
Besonderheiten 3G-Modell (derzeit nicht verfügbar) Display-Beleuchtung gute PDF-Anzeige, Notizenfunktion
Preis 130 Euro 130 Euro 140 Euro

Kleiner Bruder: Kobo versuchts mit einem 5-Zoll-Reader, dem Kobo Mini.

Der Kobo mini ist eine abgespeckte Version des bisherigen Kobo Touch. Er hat ein kleineres 5-Zoll-Display (E-Ink-Generation Vizplex, weniger Kontrast als Pearl), ist kompakter und mit 134 Gramm ein ganzes Stück leichter. Die Größe ist inzwischen bei Lesegeräten untypisch: Ein kleineres Reader-Format hatten Sony und Pocketbook schon früher versucht, dann aber wieder eingestellt.

Kobos neues Lese-Tablet Arc hat ein weitgehend blickwinkelunabhängiges 7-Zoll-LCD (1280 × 800 Pixel). Wie Amazons hierzulande nicht verfügbarer Kindle Fire ist das Android-4.0-Tablet ganz aufs Lesen und Betrachten von Medieninhalten zugeschnitten, das Betriebssystem hat Kobo dabei behutsamer als Amazon angepasst. So steckt unter der Haube ein ganz normales Android mit den typischen Menüs, Google-Apps und Play Store. Der Startbildschirm ist aber anders unterteilt: In vier Abschnitten je Bildschirm sortiert man seine Medieninhalte, Apps, Lesezeichen, etc. thematisch, in einer Leiste darunter schlägt Kobo weitere Inhalte vor, die dazu passen könnten, zum Beispiel Videos, Webseiten oder Wikipedia-Einträge, aber auch werbefinanzierte Inhalte.

Konkurrenz für Google und Amazon: Das 7-Zoll-Tablet Kobo Arc.

(Bild: Kobo)

Alle drei neuen Geräte greifen auf den gut bestückten Kobo-Shop per WLAN zu und verstehen sich mit Epub und PDF mit oder ohne Adobe DRM. Sie sollen im Herbst dieses Jahres auf den Markt kommen: Den Glo verkauft Kobo ab Oktober für 130 Euro, den ebenfalls ab Oktober für 80 Euro. Für den Arc zahlt man genauso viel wie für das etwas besser ausgestattete Google-Tablet Nexus 7: 200 Euro für die 8-GByte-, 250 für die 16-GByte-Version. Das Tablet soll im November erscheinen.

Kobo hat – zumindest nach dem ersten Blick – gut vorgelegt, jetzt ist Amazon dran: Heute abend lädt Amazon in Los Angeles zu einer Presseveranstaltung ein, erwartet wird ein neuer E-Ink-Kindle und ein Nachfolger des 7-Zoll-Tablets Kindle Fire. Letzteres ist in Deutschland bisher nicht verfügbar, vielleicht schafft es ja das nächste Modell über den Atlantik. Dafür würde sprechen, dass Amazon erst vor kurzem seinen App-Shop für Deutschland lokalisiert hat, über den man auf dem Fire Android-Apps kauft. Der neue E-Ink-Kindle soll laut Tech-Site The Verge mit einem deutlich höheren Kontrast als E-Ink Pearl und mit einer Hintergrundbeleuchtung vergleichbar mit der vom Kobo Glo punkten. Dies scheint auch ein Amazon-Werbespot anzudeuten, der am Mittwoch in den USA gezeigt wurde.

Vergleichstabelle Kobo Reader (Herstellerangaben):

Kobo Arc Kobo Glo Kobo Mini Kobo Touch
Erscheint in Dtl. Herbst 2012 Herbst 2012 Herbst 2012 Herbst 2011
Betriebssystem Android 4.0 nicht bekannt nicht bekannt nicht bekannt
Maße 18,9 cm x 12 cm x 1,2 cm 15,7 cm x 11,4 cm x 1 cm 13,3 cm x 10,2 cm x 1 cm 16,5 cm x 11,4 cm x 1,1 cm
Gewicht 364 g 185 g 134 g 185 g
Display LCD, 7 Zoll Diagonale E-Ink Pearl, 6 Zoll E-Ink Vizplex, 5 Zoll E-Ink Pearl, 6 Zoll
Display-Auflösung 1280 x 800 1024 x 768 800 x 600 800 x 600
Bedienung Touchscreen Touchscreen Touchscreen Touchscreen
Prozessor 1,5 GHz Dual-Core 1 GHz Single-Core 800 MHz 800 MHz
RAM 1 GByte nicht bekannt nicht bekannt nicht bekannt
Speicher 8 / 16 GByte 2 GByte 2 GByte 2 GByte
Speicherslot nein microSDHC nein microSDHC
WLAN 802.11b/g/n 802.11b/g/n 802.11b/g/n 802.11b/g/n
Mobilfunk nein nein nein nein
Shopintegration Kobo Kobo Kobo Kobo
E-Book-Formate Epub, PDF, TXT, und andere Epub, PDF, TXT Epub, PDF, TXT Epub, PDF, TXT
Kopierschutz Adobe DRM, Kobo DRM Adobe DRM, Kobo DRM Adobe DRM, Kobo DRM Adobe DRM, Kobo DRM
Besonderheiten austauschbarer Rückendeckel in versch. Farben Display-Beleuchtung austauschbarer Rückendeckel in versch. Farben
Preis 200 / 250 Euro (8 / 16 GByte) 130 Euro 80 Euro 100 Euro
Farben weiß, schwarz schwarz, pink, blau, silber weiß, schwarz schwarz, lila, blau, silber

[Update 6.9.2012 9:17 Uhr] In der Vergleichstabelle war unter Kobo Glo irrtümlicherweise der Amazon Shop aufgeführt. Das ist natürlich falsch, integriert hat der Glo wie im Text beschrieben einen eigenen Shop, mit E-Books von Amazon ist er nicht kompatibel.

[Update 6.9.2012, 11:29] Kobo hat inzwischen einen genaueren Erscheinungstermin genannt, dieser wurde im Text ergänzt. Außerdem wurde der Hinweis auf werbefinanzierte Inhalte beim Kobo Arc eingefügt.

(acb)