CES

E-Book-Reader in XXL

Mit dem Que proReader will Plastic Logic den Vertrieb von Printmedien in den USA aufmischen. Auf der CES präsentierte das Unternehmen den E-Reader mit E-Ink-Display und nannte Content-Partner.

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Von
  • Achim Barczok

Der Que proReader will der Papierzeitung Konkurrenz machen.

(Bild: heise online)

Der Elektronikhersteller Plastic Logic hat auf der CES sein Lesegerät Que proReader vorgestellt und erstmals Verkaufsdatum und Preise des Gerätes genannt. Der E-Reader ist mit 27,9 cm × 21,6 cm fast so groß wie ein DIN-A4-Blatt, nur 7,6 mm dünn und knapp 500 Gramm schwer. Das Display mit kapazitivem Touchscreen kommt auf 21,7 cm × 16,3 cm (10,7 Zoll Diagonale) und bietet eine Auflösung von 960 × 1280 Bildpunkten (150dpi), damit eignet er sich insbesondere für großformatige Magazine und Zeitungen. Die Bedienung erfolgt bis auf die Sensortaste für Home (rechts oben im Rahmen) über das kapazitive Touchscreen, das nicht wie beim Touch-Reader Sony Reader Touch Edition die Darstellungsqualität des E-Ink-Displays einschränkt.

Als Displaytechnik nutzt Plastic Logic wie die meisten E-Book-Reader-Hersteller E-Ink, das Bildschirminhalte wie gedruckt darstellt, ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt und nur beim Blättern Strom benötigt. Die von Plastic Logic in Dresden gefertigten Displays sind aber anders als die im Kindle oder Sony Reader eingebauten Displays aus Plastik und nachgiebig, sodass sie auch stärkeren Belastungen schadlos standhalten sollen.

Diverse Tageszeitungen und Magazine sollen zum Verkaufsstart als Abo oder in einzelnen Ausgaben für den Reader verfügbar sein, als Contentpartner nannte Plastic Logic unter anderem die US-Tageszeitungen Chicago Tribune, das Wall Street Journal und die Los Angeles Times. Andere wie der IDG-Verlag (Computerworld, PC World, Mac World) hatten bereits im Vorfeld eine Partnerschaft angekündigt. Das Laden der Inhalte soll über USB, WLAN und je nach Readermodell auch per UMTS-Modul über das Funknetz von AT&T erfolgen.

Für digitale Periodika will Plastic Logic ein neues E-Paper-Format einführen: Das mit der Adobe Reader Mobile SDK entwickelte Format Truvue soll sich besonders gut für die Aufbereitung von Zeitungen und Magazinen auf großformatigen E-Readern eignen. Das Lesegerät erkennt aber auch die populären Formate Epub und PDF, für andere wie MS-Office-Formate oder HTML will Plastic Logic einen Konverter mitliefern.

Mit 11,5 Zoll Displaydiagonale ist der Skiff Reader (Bild) noch etwas größer als der Que.

(Bild: Skiff)

Der Reader, der bereits vor über einem Jahr angekündigt wurde und dessen Markteinführung sich immer wieder verzögert hatte, soll nun ab Mitte April ausgeliefert werden – vorerst nur in den USA. Nach Deutschland kommt er laut Plastic Logic frühestens im Jahr 2011. Ab sofort kann der E-Reader auf einer vom US-Buchhändler Barnes & Noble bereitgestellten Webseite vorbestellt werden. Später soll der Que auch in den Läden von Barnes & Noble, das mit dem Nook bereits einen 6-Zoll-Reader für E-Books verkauft, angeboten werden. Er kommt in zwei Varianten in den Handel: Mit 4 GByte Flashspeicher und WLAN kostet er 650 US-Dollar, mit 8 GByte, WLAN und UMTS-Modul schlägt er mit 800 Dollar zu Buche.

Am Montag hatte das US-Unternehmen Skiff, ein Spin-off des US-Medienkonzern Hearst (San Francisco Chronicle, Houston Chronicle), einen ganz ähnlichen Reader angekündigt: Der Skiff Reader besitzt ebenfalls ein nachgiebiges E-Ink-Display mit resistivem Touchscreen, das mit einer Diagonale von 11,5 Zoll noch etwas größer als der Que proReader ist und mit 1600 x 1200 Bildpunkten eine höhere Auflösung besitzt. Auch der Skiff Reader bietet WLAN sowie ein UMTS-Modul für den Zugang zum Onlineshop via Mobilfunkprovider Sprint. Preise und Verkaufsstart nannte Skiff noch nicht. (acb)