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E-Book-Reader vom Buchbranchenverband

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Die MVB, eine Wirtschaftstochter des Buchbranchenverbandes Börsenverein, bringt zum Weihnachtsgeschäft einen eigenen E-Book-Reader auf den deutschen Markt. Der Trekstor Liro Color verfügt über ein berührungsempfindliches LC-Display mit einer Bildschirmdiagonale von 7 Zoll (Auflösung 800 × 480 Pixel). Das Gerät liest verschiedene E-Book-Formate, epub und pdf auch mit Adobe-Kopierschutz. Daneben werden MP3s abgespielt, Kopfhörer liegen bei. Der interne Speicherplatz von 2 GByte ist via Speicherkarte um 32 GByte erweiterbar.

Trekstor Liro Color

Als Betriebssystem kommt ein angepasstes Android 2.1 zum Einsatz, auf den Google Market kann nicht zugegriffen werden. Das Lesegerät hat ein WLAN-Modul an Bord, mit dem man Libreka nutzen kann kann, den E-Book-Store des Börsenvereins. Dort sollen zum Verkaufsstart des Readers im November 200.000 E-Books verfügbar sein, davon rund 50.000 in deutscher Sprache.

Der Trekstor Liro Color wird 100 Euro kosten. Das von Weltbild und Hugendubel verkaufte Schwestermodell Trekstor eBook Reader 3.0 kostet 40 Euro weniger, im Vergleich fehlen dort WLAN-Modul und Touchscreen. Die MVB möchte den Trekstor Liro Color exklusiv über den Buchhandel vermarkten. Der integrierte E-Book-Store ist auf den Buchhändler personalisiert, bei dem das Lesegerät gekauft wurde – Buchhändler bekommen 20 Prozent Umsatzbeteiligung an über ihre Lesegeräte gekauften E-Books. Als Vertriebspartner konnte die MVB bereits die Filialisten Osiander und Lehmanns gewinnen, die das Lesegerät in ihren Buchhandlungen sowie in ihren Online-Shops anbieten werden.

Mit dem Angebot tritt der Börsenverein als Branchenverband in direkte Konkurrenz zu einigen seiner Mitgliederunternehmen. Zwischenhändler wie Libri (der bislang Acer Lumiread, künftig wohl Sony Reader PRS-T1 anbietet) und KNV (der iRivers Story HD offeriert) treten mit vergleichbaren Angeboten an Buchhändler heran. Eine Sprecherin des Branchenverbandes erklärte gegenüber heise online, mit dem Angebot wolle man für die Buchhandlungen und Verlage, die der Branchenverband schließlich auch vertrete, eine weitere Alternative schaffen. Spitzenvertreter des Börsenverbandes fielen in den letzten Tagen mit Forderungen nach einem harten Vorgehen gegen illegale E-Book-Downloads auf. (jh)

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