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E-Commerce schafft keine neuen Jobs

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Unterm Strich bringt der elektronische Handel keine zusätzlichen Arbeitsplätze, sondern führt zu einem Ab- oder Umbau von Stellen. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer eines Expertenworkshops der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg zum Thema "E-Commerce und Beschäftigung". Im Business-to-Business-Bereich zum Beispiel seien Jobs für Produktentwickler neu geschaffen worden, gleichzeitig jedoch Arbeitsplätze für Vertreter weggefallen. Als Jobmaschine versage der E-Commerce damit zurzeit und verschärfe sogar noch den zunehmenden Stellenmangel für weniger Qualifzierte.

"Das Anforderungsprofil in der so genannten New Economy wird immer höher. Es wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein, auch Stellen für weniger Qualifizierte, etwa im Service-Bereich, zu schaffen", so der TA-Akademie-Wissenschaftler Gerhard Fuchs. Es sei absehbar, dass die schon jetzt bestehende "Qualifikationsschere" bei einer Besserung der Konjunktur noch weiter aufgehen wird, sagte Fuchs gegenüber heise online. In der New Economy ist dann in besonderem Maße "Einfallsreichtum gefragt, um Arbeitsplätze an die verfügbaren Arbeitskräfte anzupassen".

Auch mit den Voraussetzungen für eine weitere Verbreitung des E-Commerce befassten sich die Experten des Workshops. Um in diesem Bereich doch noch positive Beschäftigungseffekte zu erreichen, sei auch der Staat gefordert. Die Wirtschaft brauche deutliche Anreize, um auf elektronische Vertriebswege umzustellen, wie etwa öffentliche Ausschreibungen auf elektronischem Wege. Dem Verbraucher sei der Kauf im Netz zurzeit oft noch zu kompliziert, zudem bestehen Sicherheitsbedenken. Hier sahen die Wissenschaftler Bedarf an innovativen Lösungen, denn derzeit gilt: Je größer die Sicherheit beim Online-Shopping, desto umständlicher ist die Abwicklung von Einkauf und Bezahlung. Sobald die Bezahlung von Online-Einkäufen standardisiert und einfacher handhabbar ist, werde die Nachfrage nach E-Commerce steigen, so die Prognose der Experten, und könnte dann auch zu positiven Effekten auf dem Arbeitsmarkt führen. Mehr dazu in Telepolis. (dwi)

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