Menü

E-Mobilität: Rund zehntausend Ladepunkte in Deutschland offiziell verfügbar

Die Bundesregierung hat ihr Ziel verfehlt, bis Ende 2017 rund 400 Autobahn-Raststätten mit Schnelladesäulen für E-Fahrzeuge auszustatten: es ist vorerst bei 300 geblieben. Insgesamt entwickelt sich die Infrastruktur für die E-Mobilität recht langsam.

E-Mobilität: Rund zehntausend Ladepunkte in Deutschland offiziell verfügbar

(Bild: dpa)

KFZ-Tarifvergleich Anzeige

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur gilt als ein zentrales Hindernis für den Durchbruch der Elektromobilität. Die Entwicklung zieht sich hierzulande weiter hin. So haben Betreiber bei der Bundesnetzagentur mit Stand 7. Februar insgesamt 9377 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge an 4666 öffentlich zugänglichen Stromtankstellen angezeigt. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion hervor. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hatte zuvor im Herbst 10.878 öffentlich zugängliche Ladepunkte gezählt, womit auf einen durchschnittlich neun E-Autos kämen.

Nach Angaben des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur handelt es sich um 8103 Normalladepunkte, an denen Strom mit einer Leistung von höchstens 22 Kilowatt an ein Elektromobil übertragen werden kann. Dazu kommen 1274 Schnellladepunkte, an denen die Ladeleistung deutlich höher und so die Zeit viel kürzer ist, die für einen vollen Akku benötigt wird. Die meisten Stromzapfstellen gibt es mit 2093 Stück in Bayern gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 1696 und Baden-Württemberg mit 1130. Auf dem letzten Platz rangiert das Saarland mit 16 Ladepunkten.

Anzeige

Das Verkehrsministerium musste zudem einräumen, dass es sein Ziel verfehlte, bis Ende 2017 alle rund 400 Standorte der "Autobahn Tank & Rast GmbH" mit Schnellladesäulen und Parkplätzen für Elektrofahrzeuge auszustatten. Bis zu diesem Zeitpunkt verfügten mit rund 300 Standorten erst rund 75 Prozent der Raststätten über eine Ladestation, 12 Prozent davon über mehr als einen Schnellladepunkt. Zeitliche Verzögerungen haben sich laut der Regierung "aus baulichen oder standortspezifischen Unwägbarkeiten ergeben", die dem Umfang der Maßnahmen geschuldet seien. Es werde weiter daran gearbeitet, die anvisierte Vorgabe zu einem späteren Zeitpunkt zu erfüllen.

Die neue schwarz-rote Koalition hat sich vorgenommen, bis "bis 2020 mindestens 100.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zusätzlich verfügbar zu machen". Mindestens ein Drittel davon sollen Schnellladesäulen sein. Wer private Ladepunkte am eigenen Haus anbringt, soll dafür künftig eine Förderung kassieren können. (Stefan Krempl) / (anw)

Anzeige