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E-Pad: Tablet mit E-Paper-Display und Zeichenstift auf Kickstarter

Per Crowdfunding wirbt ein chinesisches Startup für ein Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stiftangabe. Das Finanzierungsziel ist bereits erreicht.

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(Bild: Eewriter)

Das chinesische Startup Eewrite wirbt auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter für ein E-Pad genanntes Tablet, das anstelle eines OLED- oder LC-Displays einen E-Paper-Bildschirm haben soll. Zudem soll man mit einem Eingabestift auf dem Display wie auf Papier schreiben können. Dank Wacom-Technik verspricht Eewrite dabei 4096 Druckstufen und Handballen-Erkennung. Dadurch lässt sich wie mit einem herkömmlichen Stift die Zeichenintensität per Druck bestimmen, die Zeichenhand darf außerdem in natürlicher Haltung auf das Display aufgelegt werden.

Das Display soll 10,3 Zoll groß sein und über eine Auflösung von 1872 × 1404 Pixel verfügen, was für eine Bildschärfe von 227 Pixel pro Zoll (PPI) sorgen würde. Das Apple iPad Pro, das auch mit einem Stift bedient werden kann, kommt bei 11 Zoll auf eine etwas höhere Bildschärfe von 264 PPI. Das E-Pad soll "Schreiben wie auf Papier“ ermöglichen, entsprechend dürfte die Display-Oberfläche mattiert sein. Im Gegensatz zu den meisten E-Readern, die über ein E-Paper-Display verfügen, soll das E-Pad ab einer Anzahl von 400 Unterstützern auch eine Hintergrundbeleuchtung bekommen, die das Lesen im Dunklen erleichtert.

Normalerweise bieten E-Paper-Screens dank Reflexion von Umgebungslicht ein flimmer- und dadurch ermüdungsfreies Leseerlebnis wie echtes Papier – eine permanente Hintergrundbeleuchtung ist da kontraproduktiv. Denkbar wäre daher eine abschaltbare Hintergrundbeleuchtung.

Das E-Pad hat sein Finanzierungsziel längst überschritten. Abzuwarten bleibt, ob das E-Ink-Tablet auch wirklich in den Handel kommt.

(Bild: Eewrite)

Als Betriebssystem setzt Eewrite beim E-Pad auf Android, wodurch dem Nutzer eine große Bandbreite an Schreib- und Zeichenprogrammen sowie anderen Apps zur Verfügung stehen. Zum Spielen dürfte das Tablet aber kaum geeignet sein. Einerseits ist dafür die bislang genannte Hardware mit Helio-X20-Chipsatz und nur 2 GByte RAM etwas knapp bemessen.

Außerdem ist in einem Video auf Kickstarter zu erkennen, dass technikbedingt wie bei anderen E-Paper-Modellen keine flüssige Darstellung von Bewegtbildern möglich ist. Der Vorteil von E-Paper liegt auch in der stromsparenden Darstellung, bei der nur für die Veränderung von Bildinhalten Energie benötigt wird. Entsprechend verspricht der Anbieter mit einem vollen 4300-mAh-Akku eine Woche Laufzeit bei Nutzung und bis zu vier Wochen im Standby.

Bei der restlichen Hardware bietet Eewrite von erweiterbarem Speicher über GPS, Bluetooth und WLAN bis hin zu USB Typ C und sogar LTE-Unterstützung alles, was herkömmliche Android-Tablets bieten. Der Preis liegt allerdings trotz geringer Speicherausstattung (nur 32 GByte Flash) bei umgerechnet etwa 400 Euro ohne und rund 422 Euro mit Stylus. Einzeln kostet ein Stift rund 26, ein passendes Schutz-Cover etwa 13 Euro. Irritierend: Trotz der unterschiedlichen Preisangaben ist im Beschreibungstext die Rede davon, dass ein Stift zum Lieferumfang dazugehört.

Missverständlich sind auch die Angaben zur Verfügbarkeit der unterschiedlichen Pakete. Auch das sehr niedrige Finanzierungsziel von knapp 9000 Euro, das mit aktuell fast 160.000 Euro locker erreicht wurde, wirft Fragen auf. Das fertige Produkt soll ab August 2019 zu den Unterstützern kommen – bei Crowdfunding-Aktionen ist es grundsätzlich nie sicher, ob das versprochene Produkt auch tatsächlich ausgeliefert wird. (dahe)