E-Paper: E Ink übernimmt Konkurrenten SiPix

Die taiwanische E Ink Holding, bekannt für Strom sparende E-Paper-Displays, übernimmt mit SiPix den zweitgrößten Hersteller von elektronischem Papier – und ist damit einziger Hersteller von elektronischer Tinte.

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Von
  • Ulrike Kuhlmann

Der E-Paper-Spezialist E Ink kauft für rund 40 Millionen Euro (1,5 Milliarden Taiwan Dollar) seinen direkten Konkurrenten SiPix. Zunächst übernimmt E Ink 82,7 Prozent der SiPix-Anteile, im Laufe des Jahres sollen dann auch die verbliebenen 17.3 Prozent in den E-Ink-Bestand übergehen.

In den E-Paper-Displays von SiPix werden die schwimmenden Kügelchen durch kleine Wände in Position gehalten.

Besonderes Kennzeichen des E-Paper von SiPix sind kleine Micro-cups, in denen die schwarzen und weißen Kügelchen schwimmen. Die Wände stabilisieren das flexible E-Paper und halten die Kügelchen an Ort und Stelle,

Die Übernahme markiert einen weiteren Einschnitt bei den reflektiven Mobildisplays: Mitte Mai hatte Reifenhersteller Bridgestone angekündigt, die Weiterentwicklung der hauseigenen Puderdisplays – eine Spielart der elektronischen Tinte – aufzugeben. Mobilprozessorspezialist Qualcomm legte erst kürzlich die Fertigung seiner Mirasol-Displays – deren Oberfläche ähnlich wie Schmetterlingsflügel reflektieren – auf Eis und will die Technik nun an andere Herstellern lizenzieren. Und seit die auf Strom sparende Öltröpfchendisplays spezialisierte Firma Liquavista vergangenes Jahr von Samsung übernommen wurde, hat man nichts mehr von der Electrowetting-Technik für E-Reader gehört.

Mit dem Kauf von SiPix kann E Ink den Markt für Displays aus elektronischer Tinte nun als einziger verbleibender Hersteller kontrollieren. Trotz ihrer unbestrittenen Vorteile haben es die sparsamen E-Paper-Displays aber schwer, sich gegen die dominante LCD-Technik zu behaupten. Zumal Tablets mit LC-Display wie das iPad den klassischen E-Readern wie dem Kindle das Leben schwer machen.

So konnten die Hersteller von Electrophorese-Displays nach Angaben von DisplaySearch im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 43 Prozent auf 973 Millionen US-Dollar Umsatz steigern. Doch schon im vierten Quartal gab es trotz Weihnachtsgeschäft keinerlei Wachstum mehr, und Anfang 2012 brach der Umsatz dann im Vergleich zum ersten Quartal 2011 sogar um 84 Prozent ein.

Die E Ink Holding ist aus der Übernahme der Firma E Ink durch den Auftragsfertiger Prime View International (PVI) hervorgegangen. Zum Konzern gehören außerdem der koreanische LCD-Spezialist Hydis, der die blickwinkelstabile und flinke IPS-Variante FFS (Fringe Field Switching) entwickelt hat. E-Paper-Displays von E Ink stecken beispielsweise in Amazons Kindle und in den E-Readern von Sony, iRiver oder Barnes & Nobles. (uk)