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E-Plus verschiebt Einführung von EU-Tarifen

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Der Mobilfunkanbieter E-Plus hat die Einführung seiner neuen EU-Tarife verschoben. Statt zum 1. August sollen die von der Europäischen Kommission verordneten günstigeren Tarife für Auslandstelefonate erst zum 31. August eingeführt werden, wie die Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Im Laufe des Prozesses habe sich heraus gestellt, dass die Änderungen innerhalb der Systeme deutlich aufwendiger seien als ursprünglich angenommen. Die Verschiebung des Termins betrifft alle E-Plus-Laufzeitverträge sowie Base-Kunden. Prepaid-Tarife, darunter die der Marken Simyo, Blau.de und Aiyildiz werden wir geplant am 1. August umgestellt. Ein E-Plus Sprecher verwies als Alternative auf das bis Ende September gültige Holiday-Special, bei dem für ankommende Gespräche 25 Cent pro Minute berechnet werden. Gespräche aus dem Ausland nach Deutschland kosten ebenfalls 25 Cent pro Minute und zusätzlich einmalig 75 Cent pro Gespräch.

Andere Anbieter haben offenbar weniger Schwierigkeiten mit der Umstellung – oder lassen sich gleich genug Zeit. Die Branche nutzt den von der EU gesetzten Zeitrahmen flexibel aus; alle liegen mit ihren Preisen nur knapp unter den vorgeschriebenen Obergrenzen. Doch ist T-Mobile immerhin schon seit 1. Juli im EU-Geschäft, Vodafone will mit der Umstellung Ende des Monats beginnen. O2 lässt sich gleich bis Ende August Zeit. Schneller sind da offenbar die Reseller-Marken. Freenet will am 1. August umstellen, bei klarmobil gelten die neuen Konditionen bereits.

Die Handy-Anbieter müssen die Tarife für Telefonate ins europäische Ausland nach einer Verordnung der Europäischen Kommission bis spätestens Anfang Oktober senken. Für Telefonate innerhalb der EU dürfen von deutschen Anbietern nur noch maximal 58 Cent pro Minute (inklusive Mehrwertsteuer) veranschlagt werden, im EU-Ausland ankommende Gespräche dürfen nach der EU-Verordnung höchstens 29 Cent kosten. Nach langem Gezerre über die Obergrenzen des EU-Tarifs war der Kompromiss in Brüssel in letzter Minute vor der Sommerpause des EU-Parlaments zustande gekommen. Die federführende EU-Kommissarin Viviane Reding hat mit der Roaming-Verordnung ihr primäres Ziel zwar erreicht, musste von ihren ursprünglichen Vorstellungen aber deutlich abrücken, nachdem sich vor allem die Länder mit großen Mobilfunkunternehmen und die klassischen Urlaubsländer gegen die Verordnung gesperrt hatten.

Siehe den Artikel auf heise mobil:

(vbr)