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E3: Ageias Physik-Prozessor findet einflussreiche Freunde

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Der PhysX-Chip der kalifornischen Chip-Schmiede Ageia wird ab sofort von Asus, BFG und Elsa Japan als nachrüstbare Koprozessorkarte mit PCI-Stecksockel produziert. Die Einzelhandelspreise schwanken um die 300 Dollar. Außerdem werden PC-Hersteller wie Alienware, Dell und Voodoo solche Karten als Option für ihre Rechner ab Werk anbieten.

Der PhysX-Prozessor berechnet die Simulation physikalischer Effekte, etwa bei Explosionen, Kollisionen, den Effekten der Schwerkraft und des Luftwiderstands sowie bei Bewegung von Kleidung, Haaren und Flüssigkeiten. Konventionell werden solche Effekte in Computerspielen und -simulationen von CPU und Grafikkarte im Zusammenspiel ermittelt, jedoch meist skaliert auf wenige Dutzend dynamischer Objekte. Das zeit- und punktgenaue Verhalten tausender bewegter Partikel mit ihren materialspezifischen Eigenschaften hingegen berücksichtigt Ageia mit einem Massiv-Parallel-Prozessor. Die genaue Zahl der Prozessorkerne hält der Hersteller allerdings geheim, ebenso wie die Taktfrequenz des Chips. Bekannt ist nur die Zahl der Transistoren: rund 125 Millionen. Die Prozessoren sind zirka 190 Quadratmillimeter groß und werden von TSMC in einem 130-Nanometer-Prozess gefertigt. Das 128-MByte-Speichermodul (GDDR3) kommt von Samsung und taktet mit 500 MHz.

Zahlreiche namhafte Spielehersteller entwickeln derzeit PC-Designs für den PhysX-Chip, darunter Ubisoft, Cryptic Studios und Sega. Auch die Unreal Engine 3 unterstützt PhysX. Für ein Football-Spiel wie Madden etwa wird jede Kollision einer Spielergruppe durch PhysX in allen Details neu berechnet, anstatt die gleichen Effekt für ähnliche Szenen zu wiederholen, erklärte Ageia-Sprecher Peter Evers. Zur Electronic Entertainment Expo (E3) sind sechs Spiele mit PhysX-Unterstützung auf dem Markt, etwa Cell Factor und City of Villains. Unreal Tournament, Warhammer MMORPG und rund 20 andere sollen bis Ende Juni dazu kommen. (Erich Bonnert) / (jk)