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E3: Minecraft per HoloLens und 360-Titel auf der Xbox One

"Exklusiv" war die am meisten gehörte Vokabel auf der E3-Präsentation von Microsoft. Und tatsächlich gab es einige erstaunliche Ankündigungen.

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Warum denn nicht gleich so: Zwei Jahre nach dem Start wird die Xbox One endlich abwärtskompatibel zu (anfangs etwa 100) alten Xbox-360-Spielen. Damit will Microsoft zu Weihnachten endlich die Schar unentschlossener Xbox-360-Besitzer zum Wechsel auf die neue Konsole bewegen, die von ihren Verkaufszahlen bislang weit hinter der PS4 zurückliegt und in Deutschland sogar hinter der Wii U rangiert. Die Titel werden Stück für Stück von der alten 360-Architektur auf die neue Xbox-One-Plattform umgesetzt. Die Kosten für die Portierung übernimmt Microsoft, die Entwickler der Originale müssen der Portierung lediglich zustimmen. "Bei uns könnt ihr eure Spiele, die ihr sowieso schon besitzt, ohne Zuzahlung spielen", erklärte Xbox-Chef Phil Spencer, und zielte damit auf den Cloud-Dienst der PS4, bei dem Sony für das Streaming alter PS3-Titel in den USA Gebühren verlangt.

Überhaupt hatte sich Microsoft in diesem Jahr auf den Konkurrenten eingeschossen und betonte bei jedem Titel, dass er – in irgendeiner Form – "exklusiv" für die Xbox One sei. Allerdings muss man bei dieser PR-Wunderwaffe genau unterscheiden zwischen "echten" Exklusiv-Titeln, und solchen, die lediglich ein wenig früher auf der Xbox One veröffentlicht werden.

Microsoft E3 2015 (10 Bilder)

Die Bedienelemente des Elite Wreless Controller lassen sich austauschen und anpassen. Er soll im Herbst für Xbox One und Windows 10 erscheinen.
(Bild: Microsoft)

Neben den üblichen Verdächtigen (Gears 4, Halo 5 und Forza 6) blieben denn auch nur zwei große Neuankündigungen übrig, die zu keinem bekannten Franchise oder Indie-Paket gehören: "Recore" vom Megaman-Entwickler Keiji Inafune und "Sea of Thieves" von Rare. Von Recore zeigte Microsoft lediglich einen vorgerenderten Trailer, in dem ein Abenteurer-Mädchen mit einem Roboter-Hund zu sehen war. Der Titel soll im Frühjahr 2016 erscheinen. Für "Sea of Thieves" kündigte Rare keinen Termin an. Die Ausschnitte zeigten ein Piratenspiel in Comic-Grafik, irgendwo zwischen Monkey Island und Assassin's Creed.

Für "Recore" schloss Microsoft einen Exclusiv-Deal mit dem japanischen Star-Entwickler Keiji Inafune ab.

Hinzu gesellten sich vier Indie-Titel, deren Trailer hübsch aussahen, aber so gut wie nichts zum Inhalt verrieten: Das stylische Ashen von Aurora 44, ein originelles Retro-Jump&Run namens Cuphead von Mdhr, Tacoma vom Gone-Home-Entwickler Fullbright sowie Beyond Eyes von Tiger & Squid. In Anlehnung an das "Early Access Program" auf Steam soll es künftig auch unfertige Spiele auf der Xbox One geben, darunter etwa das Weltraumspiel "Ion" vom Dayz-Entwickler Dean Hall.

Mit "Rise of the Tomb Raider" will Microsoft zu Weihnachten offenbar Sonys "Uncharted 4" in Schach halten. "Xbox Exclusive Holiday 2015" las man auf der Bildunterschrift, was nicht anderes heißt, als dass Lara Croft erst 2016 auf dem PC und auf der PS4 ihre Eispickel in die Gletscher hauen wird.

Das Kult-Studio Rare gab nach langer Zeit mit "Sea of Thieves" ein neues Lebenszeichen von sich.

Neben der Xbox One wurden zunehmend auch Spiele für Windows 10 mit dem Zauberwort "Exklusiv" beworben. Möglich, dass diese dank DirectX12 die Hardware tatsächlich effizienter nutzen. Wirkliche technische Notwendigkeiten scheint es bei der gezeigten Grafik allerdings nicht zu geben, warum selbst Free-2-Play-Titel wie "Fable Legends" nicht auf alten Windows-Versionen laufen könnten. So dienen diese Spiele als weitere Mosaiksteine, um Anwender möglichst schnell zum Wechsel zu Windows 10 zu bewegen, wenn es am 29. Juli auf den Markt kommt.

Auf der E3 zeigte Microsoft eine verbesserte Demo von Minecraft für HoloLens (Quelle: Microsoft) (Quelle: Microsoft)

Schließlich soll auch die neue AR-Brille HoloLens fit für Spiele werden. Auf der E3 zeigte Microsoft eine verbesserte Demonstration von Minecraft, das Hololens künftig offiziell unterstützen soll. Spieler können ihre Klötzchenburgen dann direkt auf eine freie Tischfläche im Raum projizieren und mit ihren Händen in die Szenerie zoomen. Ob das so gestochen scharf aussieht wie in der simulierten Demo auf der E3, wird man allerdings noch unbestimmte Zeit abwarten müssen, denn einen Termin, wann Minecraft für HoloLens erscheinen soll, nannte Microsoft nicht.

Insgesamt lieferte Microsoft eine stärkere, deutlich mehr auf enthusiastische Spieler fokussierte Vorstellung ab als noch in den vergangenen Jahren auf der E3. Man merkt, dass der Richtungswechsel von Xbox-Chef Phil Spencer erste Früchte trägt. So soll denn auch im Herbst ein neues Gamepad namens "Xbox Wireless Elite Controller" auf den Markt kommen, dessen Knöpfe sich auswechseln und anpassen lassen und das eine präzisere Steuerung als das bisherige Modell ermöglichen soll.

Update: Video der Hololens-Demo ergänzt (hag)