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EADS will ihr ziviles TK-Geschäftsfeld an Aastra Technologies abgeben

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Die EADS hat beschlossen, ihr Geschäftsfeld für zivile Telekommunikation abzugeben. In einer heute verbreiteten Pressemitteilung beider Unternehmen heißt es, die Verhandlungen zwischen der EADS und Aastra zur Übernahme der EADS-TK-Sparte durch Aastra seien bereits "weit fortgeschritten". Nach den Beratungen mit den offiziellen Belegschaftsvertretungen der EADS planen die EADS und Aastra nun den Abschluss einer Vereinbarung. In diesem Geschäftsfeld erzielte die EADS im vorigen Bilanzjahr, das am 31. Dezember 2003 endete, einen Umsatz von rund 170 Milionen Euro. Der Netto-Kaufpreis bei Vertragsabschluss könne ("unter Vorbehalt der üblichen Endanpassungen") rund 72,5 Millionen Euro betragen.

Nicht betroffen von dem geplanten Geschäft mit Aastra sind die Angebote der EADS-Sparte Defence and Communications Systems für Funk und Telekommunikation für das Militär und Behörden. Mit ihrem Funk-Standard Tetrapol möchte EADS neben der Bundeswehr auch die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ausrüsten.

Die EADS sieht sich nach eigenen Angaben im Bereich der "konvergenten Kommunikationssysteme" in Europa mit einem Marktanteil von 7 Prozent auf Rang 5 beziehungsweise in Frankreich mit 30 Prozent auf Rang 2. Darüber hinaus sei EADS am US-Markt als Anbieter sehr großer Contact Center und Campus-Systeme aktiv. Firmenhistorisch stammen die zivilen TK-Aktivitäten des pan-europäischen Konzerns vom französischen Vorläufer Aerospatiale-Matra. Inzwischen gehöre dieses Geschäftsfeld nicht mehr zum Kerngeschäft, so ein EADS-Sprecher gegenüber heise online. Bereits im Sommer 2003 hatten EADS und der kanadische Telecom-Ausrüster Nortel Networks ihre gemeinsamen Telekommunikations-Beteiligungen entflochten.

Durch die Übernahme könnte Aastra Technologies Limited, das 2003 bereits die PBX-Sparte der ASCOM Holdings AG erworben hatte, den Ausbau seines Geschäftsfeldes Unternehmenskommunikation verstärkt fortsetzen. Aastra fertigt unter anderem als OEM (Original Equipment Manufacturer) Telefone und -Anlagen für die US-Carrier wie Qwest. Im Geschäftsjahr 2003 erzielten die Kanadier einen Umsatz von rund 191,6 Millionen kanadischen Dollar und einen Netto-Überschuss von knapp 21 Millionen Dollar. Laut Francis Shen, Chairman und CEO von Aastra, könne sein Unternehmen nicht nur das Kerngeschäft der PBX- und VoIP-Lösungen für mittelständische Kunden stärken, sondern auch das Produktangebot um bewährte Technologie-Plattformen für große Unternehmens- und Call-Center-Anwendungen erweitern. (ssu)

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