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EDEKA setzt auf Fingerabdruck-Bezahlsystem

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Im Rülzheimer EDEKA-Markt kann per Fingerabdruck bezahlt werden.

Der führende deutsche Lebensmittel-Einzelhändler EDEKA setzt künftig auf das Bezahlen per Fingerabdruck. Im pfälzischen Rülzheim hat der Konzern in Kooperation mit dem selbstständigen Kaufmann Roland Fitterer und dem Internet- und Biometriedienstleister it-werke einen Supermarkt eröffnet, dessen Kassen mit kapazitiven Fingerabdruck-Scannern ausgestattet sind, an denen Kunden ihre Einkäufe statt in bar oder per Bankkarte nun durch die Überprüfung des Fingerabdrucks bezahlen können.

Die Basis zur Autorisierung von Einkäufen per Fingerabdruck bildet digiPROOF, ein Zahlungssystem der Lahrer it-Werke, das speziell für Geschäftsabläufe entworfen wurde, bei denen eine biometrische Personenverifizierung durchgeführt wird. Kunden, die an dem System teilnehmen wollen, hinterlegen zunächst einen Referenzdatensatz ihrer Fingerlinien und willigen zudem in das Lastschrifteinzugsverfahren ein, wodurch der Geldtransfer im Hintergrund autorisiert wird.

Ähnliche Systeme hatte it-Werke zuvor schon im Heilbronner Biergarten Food Court sowie im OfficeCom-Shop in Offenburg installiert. Neu ist, dass in Rülzheim der Betrag direkt von den Kassen übernommen wird, für die sich das digiPROOF-System wie eine virtuelle EC-Karte verhält. Die insgesamt sieben Kassen mit biometrischen Scannern sind dabei als Clients an einen digiPROOF-Server angebunden, auf dem die Templates abgelegt sind.

Fitterer, der weitere fünf EDEKA-Märkte in Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg betreibt, verspricht sich von dem neuen Bezahlsystem außer einer stärkeren Kundenbindung auch Kosteneinsparungen im elektronischen Zahlungsverkehr. "Da wir dadurch eine eigene Kundendatenbank haben, können wir zum Beispiel unsere Kosten im Mahnungswesen reduzieren", verdeutlichte Fitterer im Gespräch mit heise online. Bislang hätten sich rund 100 Kunden für die Teilnahme am Fingerabdruck-Bezahlsystem registrieren lassen.

Auch seine anderen Märkte, die täglich von durchschnittlich 1500 Kunden frequentiert werden, will Fitterer demnächst mit dem digiPROOF-System ausrüsten. Insgesamt rechnet der Kaufmann damit, dass 15 Prozent des Zahlungsaufkommens über das biometrische Bezahlkonzept abgewickelt werden könnten. (pmz)

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