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EDS-Betriebsrat: Stellenabbau bedroht ganze Standorte

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Der Stellenabbau bei der Hewlett-Packard-Tochter EDS bedroht nach Befürchtung des Betriebsrates ganze Firmen-Standorte in Essen, Wuppertal und Köln. HP hatte den IT- Dienstleister EDS im vorigen Jahr gekauft. Der Computerkonzern wolle bei der Tochter nun mehr als ein Drittel der Stellen streichen, kritisierten Arbeitnehmervertreter am Mittwoch. "Es geht nicht an, dass HP im letzten Jahr enorme Gewinnsteigerungen verbucht und diese jetzt mit maßlosem Personalabbau zusätzlich vergolden will", sagte Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Sabine Bube. Nach den Plänen sind 864 der bundesweit 2900 EDS-Mitarbeiter betroffen. 600 Beschäftigte werden am Donnerstag in Essen zu einer Protest-Kundgebung erwartet.

Die IG Metall hatte nach eigenen Angaben gemeinsam mit Verdi das Unternehmen schon Anfang Dezember zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Darin verlangen die Gewerkschaften eine Regelung zur Standort- und Beschäftigungssicherung sowie eine "angemessene Entgelterhöhung". Die Aufforderung sei jetzt von der EDS-Führung zurückgewiesen worden – mit dem Hinweis, man könne zurzeit keine Tarifverträge verhandeln, "zunächst müsse der geforderte Personalabbau gemeistert werden."

Der Betriebsratsvorsitzende am Standort Essen, Michael Steins, zeigte sich in einer IG Metall-Mitteilung um die Kunden-Interessen besorgt. "Mit einer Personalreduzierung von mehr als ein Drittel der Belegschaft und drohenden Standortschließungen können wir unser Kunden nicht mehr angemessen betreuen." Der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Essen, Alfons Rüther, stellte Warnstreiks in Aussicht.

Der US-Mutterkonzern Electronic Data Systems (EDS) war im August für rund 13 Milliarden US-Dollar vom Computerriesen Hewlett Packard (HP) übernommen worden. Nach der Übernahme kündigte HP an, in den kommenden drei Jahren weltweit 24.600 Stellen zu streichen. Fast die Hälfte der Jobs soll nach früheren Unternehmensangaben in den USA wegfallen. In Deutschland sollen bei der Unternehmensgruppe insgesamt 1400 Stellen in den nächsten zwei Jahren entfallen. (dpa) / (pmz)

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