Menü

EMI akzeptiert Übernahmeangebot von Beteiligungsgesellschaft

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket  speichern vorlesen Drucken Kommentare lesen 40 Beiträge
Von

Der Musikkonzern EMI steht vor der Übernahme durch die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma. Wie die EMI Group in London mitteilte, hat der Vorstand den Anlegern die Annahme eines Übernahmeangebotes von 2,65 Pfund pro Aktie oder insgesamt 2,4 Milliarden Pfund (3,5 Milliarden Euro) empfohlen. Der Investor hatte sein Angebot am gestrigen Montag kurz vor Ablauf der Frist abgegeben. EMI bewertet das Angebot als "fair und vernünftig".

Die Aktie des drittgrößten Musikkonzerns der Welt zog nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots an. Anleger hoffen nun offenbar auf einen Bieterkrieg. Während Experten ein Gegenangebot aus ebenfalls interessierten Finanzkreisen laut Financial Times Deutschland (FTD) für unwahrscheinlich halten, könnte der Konkurrent Warner Music seine Offerte für EMI erneut nachbessern. Der US-Konzern hatte den Briten wiederholt Avancen gemacht und sein Angebot zuletzt um 100 Millionen Pfund aufgestockt. Angesichts der heute von der EU-Kommission genehmigten Übernahme des Bertelsmann-Musikverlags durch Universal Music könnte Warner trotz früherer kartellrechtlicher Bedenken einen neuen Versuch starten.

Terra Firma will EMI dem FTD-Bericht zufolge nicht zerschlagen. Die Investoren sehen die Chancen der Musikindustrie vor allem im Online-Geschäft. Für EMI bestehe die Chance, einen größeren Teil der Wertschöpfungskette zu kontrollieren, wenn das Geschäftsmodell schnell auf digitalen Vertrieb umgestellt werde. EMI ist das erste Major Label, das seinen gesamten Katalog ohne Kopierschutz online vertreiben will.

Noch macht der digitale Verkauf weniger als 10 Prozent des EMI-Umsatzes aus, wächst aber im Unterschied zum klassischen CD-Geschäft, das kontinuierlich nachlässt. Nach dem vorläufigen Jahresergebnis sank der Umsatz um 16 Prozent auf 1,75 Milliarden Pfund (2,6 Milliarden Euro). Der operative Gewinn fiel um 100 Millionen auf 150,5 Millionen Pfund. Der durch Restrukturierungskosten belastete Konzern rutschte damit in die roten Zahlen. Nach einem Gewinn von 118,1 Millionen Pfund im Vorjahr fiel 2006 ein Verlust von 263,6 Millionen Pfund an. (vbr)