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EMI steht wieder zum Verkauf

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Der Musikkonzern EMI steht wieder zum Verkauf. Das britische Unternehmen teilte mit, alle Optionen von einer Übernahme bis hin zu einem Börsengang zu prüfen.

EMI gehört seit Februar der Bankengruppe Citigroup, nachdem der britische Finanzinvestor Guy Hands (Terra Firma) seine Milliardenkredite für den EMI-Kauf nicht mehr bedienen konnte. Die Citigroup schrieb einen Großteil der EMI-Schulden bereits ab, der Musikkonzern steht jetzt noch mit 1,2 Milliarden Dollar in der Kreide. Der Citgroup sei ein Verkauf des Labels am liebsten, berichtet die britische Zeitung Daily Mail unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Als ein Interessent gilt der US-Milliardär Len Blavatnik, der sich kürzlich den EMI-Konkurrenten Warner Music sicherte. Dann könnten sich aber Wettbewerbshüter querstellen, schrieben unter anderem die Financial Times und das Wall Street Journal unter Berufung auf Branchenkenner. Warner und EMI hatten in den vergangenen Jahren mehrmals vergeblich versucht, einander zu übernehmen. Die Citigroup hält sich auch die Option offen, EMI zu zerschlagen. Das Geschäft mit Musikaufnahmen und der deutlich ertragreichere Musikverlag würden dann getrennt verkauft. Hier bringt die Daily Mail den deutschen Medienkonzern Bertelsmann ins Spiel, der in den vergangenen Monaten zahlreiche Musikverlage übernommen hat, unter anderem das britische Unternehmen Chrysalis.

Als mögliche Bieter zumindest für Teile des Konzerns werden auch Konkurrenten wie Sony Music und Universal Music gehandelt. Dass es zu einem Geschäft kommt, sei aber keineswegs sicher, räumte EMI selbst ein. Auch seien britische Investoren interessiert, die EMI als traditionsreiche Institution in heutiger Form erhalten wollen, schrieben die Zeitungen. Bei EMI sind unter anderem die Bands Coldplay und Beastie Boys sowie die Sängerin Kate Bush unter Vertrag; dem Label gehören außerdem die Kataloge der Beatles und von Pink Floyd. (anw)