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EPIC 249706694: Forscher rätseln über scheinbar zufällige Stern-Verdunkelungen

Wiederkehrende Verdunkelungen von Sternen haben schon tausende Exoplaneten verraten. Bei EPIC 249706694 scheinen sie aber zufällig und Astronomen sind ratlos.

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Künstlerische Darstellung des Kepler-Teleskops

(Bild: NASA)

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Eine Gruppe von Astronomen hat trotz monatelanger Arbeit keine zufriedenstellende Erklärung für äußerst ungewöhnliche Verdunkelungen des Sterns EPIC 249706694 (HD 139139). Über einen Zeitraum von 87 Tagen habe sich der Stern bis zu 28 Mal verdunkelt, ohne dass dabei eine Periodizität zu erkennen wäre. Das haben die Forscher nun in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society öffentlich gemacht, auch um die Aufmerksamkeit von mehr Astrophysikern zu erregen und weitere Analysen anzustoßen. Der mysteriöse Himmelskörper war in den Daten des NASA-Weltraumteleskop Keplers entdeckt worden.

Kepler hatte über Jahre hinweg Zehntausende Sterne kontinuierlich beobachtet, um kleine Helligkeitsschwankungen auszumachen. Die wurden dann analysiert, um zu erkennen, ob vor dem Stern vorüberziehende Exoplaneten für diese Verdunkelungen verantwortlich waren. Auf diese Weise wurden Tausende ferne Planeten entdeckt, so etwas wie EPIC 249706694 habe man aber noch nicht gesehen, sagte Andrew Vanderburg von der University of Texas gegenüber Scientific American. In ihrer Arbeit heißt es, die Verdunkelungen zeigten keinerlei Periodizität und könnten genauso gut aus einem Zufallsgenerator stammen.

Die Forscher erklären, dass der etwa 350 Lichtjahre entfernte Stern möglicherweise von einem zweiten begleitet wird. Noch gebe es aber nicht genug Daten, um diese Frage zu beantworten. Zuerst habe nahegelegen, dass EPIC 249706694 von mindestens 14, möglicherweise aber bis zu 28 Exoplaneten umkreist wird. Angesichts der fast identischen Verdunkelungen, müssten diese dann aber alle ungefähr gleich groß sein – etwas größer als unsere Erde. Weil sie aber jeweils nur sehr kurze Verdunkelungen auslösen – zwischen 45 Minuten und 7,5 Stunden –, müssten sie gleichzeitig sehr eng um den Stern kreisen. Dann sei es aber unglaubhaft, dass sie innerhalb von 80 Tagen nicht mehrmals vor dem Stern auftauchen.

Vorstellbar sei zum Beispiel gewesen, dass ein großer Exoplanet oder zu dunkler Stern an den registrierten Exoplaneten quasi zieht und die scheinbar zufälligen Muster erzeugt. Dann müsste aber auch der Stern selbst minimale Bewegungen aufweisen. Sollte sich wiederum ein ferner Exoplanet quasi vor unseren Augen in Bruchstücke auflösen, müssten diese ebenfalls periodisch wiederkehrende Verdunkelungen erzeugen, erklären die Forscher weiter. Auch über nur kurzzeitig auftauchende Sonnenflecken haben die Wissenschaftler nachgedacht. Solche seien aber bislang noch nicht beobachtet worden.

Insgesamt erinnern die Beobachtungen an die rätselhaften Verdunkelungen des Sterns KIC 8462852. Die waren so stark, dass vor dem Stern vorüberziehende Objekte viel größer sein müssten als ein Planet. Als ein Erklärungsversuch waren dann auch Megastrukturen einer außerirdischen Zivilisation vorgeschlagen worden. Inzwischen gilt aber äußerst feiner Staub als verantwortlich für das Phänomen – auch wenn Fragen bleiben. Auch jetzt geben die Forscher zu, dass sie während ihrer Arbeit an Außerirdische als Erklärung gedacht haben, sie gehen aber von einer natürlichen Erklärung aus – nur wissen sie eben noch nicht, welche. (mho)