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ESA-Mission Rosetta: Philae ist in Ruhezustand übergegangen

Weil die Batteriespannung für eine Fortsetzung der Arbeit nicht mehr ausreicht, ist Philae in einen Ruhezustand übergangen. Vorher konnte er aber noch gedreht werden, es ist also möglich, dass er doch genug Sonne abbekommt, um bald wieder aufzuwachen.

ESA-Mission Rosetta: Philae in Ruhezustand übergegangen

Irgendwo nach rechts/Osten des "Kometenkopfs" hat es Philae verschlagen.

(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM – CC BY-SA IGO 3.0/creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/igo/)

Touchdown mit Problemen? Von wegen...

(Bild:  Fuchskind )

Mehr als zwei Tage nach seiner Landung hat die ESA-Sonde Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ihre Arbeit eingestellt und ist in einen Ruhezustand übergegangen. Die Spannung in der mitgeführten Batterie war auf unter 21,5 Volt gefallen, zu wenig für eine Fortsetzung der Experimente. Vorher war es dem Kontrollteam aber noch gelungen, alle bereits gesammelten wissenschaftlichen Daten herunterzuladen. Außerdem konnte Philae um 35 Grad gedreht werden. Das könnte die Chance erhöhen, dass die Solarpaneele nun mehr Sonne auffangen und der Lander wieder aus dem Ruhemodus aufwacht.

Philae war am Mittwoch auf dem Kometen gelandet, kam aber erst nach zwei Hüpfern zum Stillstand, weil eine Steuerdüse und die mitgeführten Anker nicht planmäßig funktionierten. Der Lander steht deswegen nicht an der geplanten Landestelle sondern an einem deutlich ungünstigeren Platz, offenbar zwischen schattenspendenden Erhöhungen. Trotzdem gilt die Mission beim Kontrollteam als voller Erfolg. Immerhin ist zum ersten Mal eine solche Landung auf dem Kometen gelungen und es konnten jede Menge wissenschaftlicher Experimente durchgeführt werden, um den Himmelskörper zu erforschen. Außerdem gibt es weiterhin die Chance, dass Philae sich wieder meldet, wenn er genug Sonnenlicht erhält. Das ist bereits nach der durchgeführten Drehung möglich, oder aber wenn sich 67P/Tschurjumow-Gerassimenko auf seinem Weg der Sonne noch weiter angenähert hat.

Angesichts der stetig fallenden Batteriespannung war am Freitagabend nicht klar, ob überhaupt noch einmal Kontakt zu Philae hergestellt werden kann. Da dessen Antennen zu schwach für eine direkte Kommunikation mit der Erde sind, gelingt das nur, wenn sich die im Orbit kreisende Sonde Rosetta in der richtigen Position befindet. Um 23:29 Uhr MEZ am Freitag konnte Kontakt hergestellt werden. Der wurde bis 01.39 MEZ am Samstag aufrechterhalten, als Philae alle Systeme herunter fuhr. Sollte Philae aber wieder genügend Energie über die Solarpaneele erhalten, fährt er automatisch wieder hoch und meldet sich bei Rosetta. Das erste mögliche Zeitfenster dafür beginnt am heutigen Samstag um 15 Uhr MEZ, teilte die ESA mit.

Die Europäische Weltraumagentur veröffentlichte inzwischen auch zwei Fotos, die wohl das erste Aufsetzen von Philae an der eigentlich geplanten Landestelle zeigen. Zu sehen ist ein Ort, erst unberührt und dann aufgewühlt, ohne dass der Lander selbst sichtbar ist. Der Lander selbst ist nicht zu sehen, aber das Flugkontrollteam hat eingezeichnet, an welchem Punkt Philae den eigenen Berechnungen zufolge aufgekommen sein muss. Nun wird weiter nach Philae gesucht, denn dessen aktueller Aufenthaltsort ist noch nicht gefunden. Nach seinem ersten Hopser hatte er sich mehr als einen Kilometer weiterbewegt.

Die erste Landestelle, vor und nach dem Aufsetzen, sowie mit eingezeichnetem ersten Aufsetzpunkt.

(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM – CC BY-SA IGO 3.0/creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/igo/)

Lesen Sie auch einen Bericht über die Rosetta-Mission bei c't:

(mho)

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