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ESA-Sonde Rosetta: Ein Farbbild des Kometen

Vor der eigentlichen Präsentation von Forschungsergebnissen der Rosetta-Mission wurde nun ein erstes Farbbild des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko veröffentlicht. Es zeigt zwar keine Echtfarben, rückt ihn aber trotzdem in ein neues Licht.

ESA-Sonde Rosetta: Ein Farbbild des Kometen

Ein Komet in Farbe.

(Bild: AGU/DLR)

Ein Reddit-Nutzer hat das Bild geschärft und die Farben korrigiert.

(Bild:  AGU/DLR/IG-64 )

Forscher der Rosetta-Mission der ESA haben ein erstes Farbbild des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko veröffentlicht. Entgegen erster Berichte sollte das Bild aber nicht unbedingt als ein "Echt"-Farbbild bezeichnet werden, erklärte Stubbe Hviid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gegenüber heise online. Es handle sich um ein zusammengesetztes Bild aus drei Aufnahmen, die durch Farbfilter (Orange, Grün und Blau) mit der OSIRIS-Kamera aufgenommen wurden. Die damit gemessenen Werte können als Reflektionswerte dieser drei Farben gewertet werden. Das Bild zeige also eher, wie der Komet aussehen würde, wenn er von komplett weißem Licht angestrahlt würde.

Weiter schränkte er aber ein, dass einige der zu sehenden Farbvariationen auf Kompressionsartefakte zurückzuführen seien, die durch die verlustreiche Komprimierung entstehe, auf die man wegen der engen Bandbreite angewiesen sei. Im Rahmen der Präsentation, aus der das Bild stammt, diene es auch eher als Illustration der Farbvariation auf der Oberfläche des Kometen, nicht als Echtfarbenbild. Für einen menschlichen Betrachter vor Ort wäre der Komet ohnehin praktisch schwarz.

Nachdem Rosetta den Lander Philae am 12. November abgesetzt hat, hat sie wieder die eigentliche Forschungsarbeit aufgenommen. Außerdem stieg sie wieder in einer höheren Orbit auf und umkreist den Kometen nun in 30 Kilometern Entfernung. Für wenige Tage soll sie sich in dieser Woche aber wieder mehr an 67P/Tschurjumow-Gerassimenko annähern. Anfang 2015 soll Rosetta dann auch wieder regelmäßig nach Signalen von Philae suchen. Der liegt zwar noch zu stark im Schatten, könnte aber durch die weitere Sonnenannäherung wieder genug Energie bekommen und aufwachen.

Derweil wird immer deutlicher, wie erfolgreich Philae in den Stunden seiner Aktivität auf der Oberfläche des Kometen war. Ian Wright, der wissenschaftliche Leiter des Instruments Ptolemy hat in einem ausführlichen Eintrag im Rosetta-Blog beschrieben, wie viele Messungen damit vorgenommen wurden. Der anfängliche weite Hüpfer hat sich dabei als unverhoffter Vorteil erwiesen. So konnte das Spektrometer an verschiedenen Orten auf dem Kometen arbeiten und hat abweichende Ergebnisse geliefert. Direkt nach dem ersten Aufsetzen habe man Wasser festgestellt sowie ein reiches Vorkommen an Kohlenwasserstoffverbindungen. An der letztlich erreichten Landestelle gab es zwar weiter Wasser, aber deutlich weniger derartige organische Verbindungen.

Was das genau bedeute, müsse nun analysiert werden. Dazu müssten zum Beispiel Simulationen durchgespielt werden, die den unerwartet holprigen Landevorgang durchspielen und zeigen, was das für die Messungen bedeutet. Es werde faszinierend, das reiche Spektrum an organischen Verbindungen an der ersten Landestelle mit den später erhaltenen Messergebnissen zu vergleichen, erklärte Wright. Bevor die Wissenschaftler aber genauer erläutern, welche Art von organischen Verbindungen gefunden wurden, hilft dieser Befund nicht allzu viel bei der Suche nach dem Ursprung des Lebens. Dass Kohlenwasserstoffverbindungen auf dem Kometen vorkommen, war bereits bekannt, interessant ist, wie komplex sie sind.

Vergangene Woche hatten Wissenschaftler und Ingenieure, die mit der Mission betraut sind, außerdem auf Reddit Fragen der Nutzer beantwortet. Dabei erklärten sie unter anderem, sie erwarteten derzeit, Philae werde im März so viel Sonne abbekommen, dass seine Akkus ausreichend aufgeladen werden. Dann könnte er sich auch wieder melden und weiter forschen. Als eine der bislang überraschendsten Entdeckungen nannten sie den offenbar harten Untergrund unter der weichen Oberfläche des Kometen. Davon war Philae offenbar abgeprallt und deswegen weiter gehüpft, bis er im Schatten zum Stillstand kam.

(mho)

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