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ESA-Sonde Rosetta: Orientierungsprobleme bei Kometen-Annäherung

Vergangenes Wochenende näherte sich Rosetta ihrem Kometen erneut bis auf wenige Kilometer. Das gab aber nicht nur neue tolle Bilder sondern auch Orientierungsprobleme: Die Startracker wurden von Kometen-Partikeln verwirrt.

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ESA-Sonde Rosetta: Orientierungsprobleme bei Kometen-Annäherung

67P/Tschurjumow-Gerassimenko aus einer Entfernung von 19,9 Kilometern.

(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA IGO 3.0 )

Die ESA hat Bilder eines weiteren Annäherungsflugs an den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko veröffentlicht. Dabei war die Sonde dem Himmelskörper bis auf 14 Kilometer nahe gekommen, nicht viel mehr als bei der bislang größten Annäherung Anfang Februar. Auch mit der Navigationskamera – deren Bilder zeitnah veröffentlicht werden – wurden dabei Bilder gemacht, die jede Menge Details zeigen. Parallel zu dieser Veröffentlichung haben die Forscher aber auch mitgeteilt, dass ihre Sonde bei dem Manöver Orientierungsschwierigkeiten hatte, die letztlich sogar zu einem Wechsel in den Sicherheitsmodus geführt hätten.

Kometen-Annäherung Ende März 2015 (10 Bilder)

Details des Kometen
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA IGO 3.0 )

ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Wie die Verantwortlichen erläutern, sorgt die zunehmende Aktivität des Kometen für Schwierigkeiten bei der Positionsbestimmung über Sternkonstellationen. Die dafür zuständigen Startracker seien von Kometen-Partikeln verwirrt worden. Das habe am Wochenende dazu geführt, dass für 24 Stunden keine richtige Positionsbestimmung möglich war. In diesem Zeitraum seien Hunderte "falscher Sterne" registriert worden. Während man versucht habe, darauf zu reagieren, habe die zentrale Antenne ihre Ausrichtung auf die Erde verloren. Erst als der Startracker wieder richtig funktionierte, hätten die auf der Erde empfangenen Signale wieder ihre volle Stärke erreicht.

Auch danach habe es noch Fehler bei der Sternenlokalisierung gegeben. Man habe weiterhin Ungenauigkeiten bemerkt. Schließlich sei die Sonde in den automatischen Sicherheitsmodus gewechselt. Das geschehe automatisch, wenn bestimmte Parameter aus ihrer normalen Bandbreite fallen und ist eine Maßnahme zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der Sonde. Unter anderem seien die wissenschaftlichen Instrumente abgeschaltet worden.Am Montag habe man die Sonde dann erfolgreich wieder aufwecken können.

Inzwischen ist die Sonde demnach wieder rund 200 Kilometer vom Kometen entfernt, soll sich ihm aber erneut nähern. Die Auswirkungen der Navigationsschwierigkeiten würden noch diskutiert, um weiterhin einen sicheren Flug sicherzustellen.

Annäherung an 67P/Tschurjumow-Gerassimenko im Februar 2015 (20 Bilder)

Die Bilder aus knapp 9 Kilometern Entfernung...
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM – CC BY-SA IGO 3.0 )

(mho)

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