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ESA: Weltraumteleskop Herschel beendet Mission

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Das ESA-Weltraumteleskop Herschel hat seine mehr als dreijährige Mission am gestrigen Montag beendet. Wie die Europäische Weltraumagentur mitteilte, hat die Sonde die mitgeführten 2300 Liter an flüssigem Helium aufgebraucht. Sie dienten als Kühlmittel, um die Temperatur der Instrumente bei -271 °C nahe dem absoluten Nullpunkt zu halten. Das war nötig für das Funktionieren des größten und stärksten Infrarot-Teleskops, das jemals ins All geschossen wurde.

Eine von Herschels wohl schönsten Aufnahmen: Der Pferdekopfnebel

(Bild: ESA/Herschel/PACS, SPIRE/N. Schneider, Ph. André, V. Könyves (CEA Saclay, France) for the “Gould Belt survey” Key Programme)

Bei der täglichen Kontaktaufnahme mit der Bodenstation im Westen Australiens habe man, wie bereits erwartet, einen deutlichen Temperaturanstieg aller Instrumente festgestellt. Damit endet die Mission, in deren Verlauf Herschel mehr als 35.000 wissenschaftliche Beobachtungen geliefert hat. Es wird aber erwartet, dass anhand der übermittelten Daten auch in Zukunft noch Entdeckungen erfolgen werden. Die Sonde habe jedenfalls alle Erwartungen übertroffen, erklärte denn auch Alvaro Giménez Cañete, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Erkundungen.

Die Bilder Herschels haben Wissenschaftlern unter anderem einen neuen Einblick in die Prozesse während der Geburt eines Sterns gegeben. Untersucht hat die Sonde außerdem Galaxien, in denen jährlich Tausende Sterne mit der Masse unserer Sonne entstehen, nicht nur rund einer wie in unserer Milchstraße. Diese hohe Geschwindigkeit sei in der Frühzeit des Universum viel häufiger gewesen. Darüber hinaus haben Herschels Instrumente in den Tiefen des Alls Tausend Mal so viel Wasser entdeckt, wie in allen Ozeanen der Erde gebunden ist. Die ebenfalls gewonnene Erkenntnis, dass das Wasser im Eiskometen Hartley-2 dem auf der Erde fast exakt entspricht, habe außerdem die Debatte darüber befeuert, wie viel unseres Wassers ursprünglich von Kometen stammt.

Herschels Aufnahmen (7 Bilder)

Andromeda

Solch ein Infrarot-Bild unserer Nachbargalaxie könnte auf der Erde gar nicht aufgenommen werden, weil diese Wellenlängen von der Erdatmosphäre absorbiert werden. (Bild: ESA/Herschel/PACS/SPIRE/J.Fritz, U.Gent/XMM-Newton/EPIC/W. Pietsch, MPE)

Bis in den Mai wird die Sonde, die im Mai 2009 gestartet war, nun noch mit ihrer Bodenstation in Kontakt stehen. In dieser Zeit wird eine ganze Reihe technischer Tests unternommen. Erst danach wird Herschel endgültig in einer stabilen Bahn um die Sonne geparkt. (mho)

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