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ESA-Windsatellit Aeolus: Bessere Daten dank Wechsel des Lasers

Der ESA-Satellit Aeolus vermisst rund um den Globus die Windgeschwindigkeiten, hatte aber Probleme mit einem Instrument. Nun wurde auf den Ersatz gewechselt.

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Der Windvermesser Aeolus

(Bild: ESA/ATG medialab)

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Nachdem der primäre Laser des Erdbeobachtungssatelliten Aeolus der ESA deutlich an Energie verloren hat, wechselte die Sonde nun auf den zweiten Laser. Mit dessen Leistung sind die Verantwortlichen mehr als zufrieden und hoffen, dass das neuartige Instrument damit noch Jahre wird arbeiten können.

"Die großartige Nachricht ist, dass die Energie des zweiten Lasers bislang sehr stabil ist", erklärt der für die Aeolus-Instrumente verantwortliche Danny Wernham von der ESA. Das habe man aber auch erwartet, weil der zweite Laser sogar besser sei als der erste.

Aeolus war im August 2018 ins All gebracht worden und hatte dann im Herbst seine Arbeit aufgenommen. Mit dem Messgerät Aladin (Atmospheric Laser Doppler Instrument) misst er als erster Satellit überhaupt erstmals die Windgeschwindigkeit rund um den Globus von 30 Kilometern Höhe bis zum Boden und über dicken Wolken. Ein UV-Laserstrahl wird dafür per Teleskop gepulst auf die Erdoberfläche gerichtet. Das gleiche Teleskop sammelt die von Teilchen und Molekülen in der Atmosphäre zurückgeworfenen Signale wieder ein und ein Computer berechnet anhand der Messungen das Tempo der Bewegung der Teilchen.

Im Frühjahr war dann bekannt geworden, dass der für die Messung benutzte Laser vergleichsweise rasch an Energie verliert und seine anvisierte Lebensdauer wohl nicht würde erreichen können. Was genau die Ursache für diesen Energieabfall war, ist bislang nicht bekannt. Wernham weist aber nun darauf hin, dass Aeolus damit trotzdem fast ein Jahr gelaufen sei und damit essenzielle Daten für die Teilhaber geliefert habe. Mit fast einer Milliarde Aktivierungen sei er nun Rekordhalter für Hochenergie-UV-Laser im Weltraum. Und wenn er später in der Mission nochmal gebraucht würde, könne man ihn wieder aktivieren.

Windsatellit Aeolus (6 Bilder)

Aeolus von schräg vorn

Der Satellit auf seinem Transportwagen. Vorn, unter der Goldfolie befindet sich die Aladin-Vorrichtung mit dem Laser und dem Teleskop. Aladin wiegt etwa 500 Kilogramm, der Sprit 266 Kilogramm und der gesamte Satellit 1,4 Tonnen.
(Bild: Michael Link (c't))

Beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) ist man ebenfalls begeistert angesichts der Daten, die nun von Aeolus kommen. Schon mit den vorher gesammelten Informationen habe man die Wettervorhersagen verbessern können und hoffe nun auf noch bessere Resultate, sagt Michael Rennie. Bis Jahresende wolle man die Aeolus-Daten in Echtzeit in die eigenen Prognosen einfließen lassen. (mho)