zurück zum Artikel

ESP32-WiPhone: VoIP-Telefon mit Bastelfunktion

VoIP-Telefon mit Bastelfunktion

Das WiPhone kann sowohl als Fertiggerät mit Herstellerfirmware als auch mit eigener Hard- und Software für individuelle Ideen eingesetzt werden.

Espressifs Mikrocontroller finden ihren Weg in immer mehr Geräte. WiPhone baut mit dem ESP32 jetzt ein WLAN-Telefon, das sich auch an Bastler richtet.

Espressifs Mikrocontroller ESP8266 und ESP32 erfreuen sich mittlerweile nicht nur bei Bastlern großer Beliebtheit; immer mehr Firmen verwenden die Mikrocontroller auch für fertige Produkte. Ein neuer Kandidat ist das ESP32-WiPhone.

Das Gerät mit ESP32 [1] soll als dedizierte Hardware für SIP-VoIP-Telefonate per WLAN dienen. Das Telefon kommt fertig bestückt mit einem 2,4-Zoll-Display, Hörmuschel und Mikrofon, integriertem Akku, 20 Tasten sowie einem Navigationskreuz. Doch der Entwickler hat auch den Bastelaspekt des Prozessors nicht ausgelassen, denn das WiPhone ist praktisch für Modifikationen gemacht.

Das Telefon kommt im Alurahmen mit Plastikfront. Die Besonderheit des WiPhones ist aber die Rückseite: Sie besteht aus einer mit Kreuzschrauben gesicherten Lochrasterplatine, auf der Platz für eigene Elektronikprojekte ist. Über Federkontakte bekommt die Bastelplatine Kontakt zum ESP32.

Wer nicht gerne lötet, bekommt auch vom Hersteller einiges geboten: Fertige Erweiterungen zum schnellen Austausch sind bereits in Planung. Derzeit plant der Entwickler Platinen mit LoRa-Modem [2], großem Zusatzakku, Barcodescanner, Steckbrett oder RGB-Array. Ein Mobilfunk-Board ist nicht vorgesehen.

WiPhone-Firmware (0 Bilder) [3]

[4]

Sobald das WiPhone verfügbar ist, will der Hersteller Hard- und Softwarecode frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Interessierte Bastler bekommen so die Möglichkeit, beispielsweise auf Basis der originalen Herstellungsdaten neue Erweiterungsplatinen für das WiPhone zu erstellen und diese gleichzeitig mit der Gemeinschaft zu teilen. Ebenso wird es möglich, die mitgelieferte Firmware um zusätzliche Funktionen zu erweitern.

Das (vorläufige) ESP32-WiPhone in seinen Einzelteilen. Der Hersteller hat das Zerlegen und Modifizieren bewusst sehr einfach gestaltet.

Das (vorläufige) ESP32-WiPhone in seinen Einzelteilen. Der Hersteller hat das Zerlegen und Modifizieren bewusst sehr einfach gestaltet.

Im Gespräch mit heise online sagte WiPhone, dass man zunächst im März ein Crowdfunding-Projekt starten werde, um Geld für die Massenproduktion zu sammeln. Wer dort das limitierte "Early Bird"-Angebot ersteht, erhält sein WiPhone im Mai dieses Jahres und darf helfen, letzte Hard- und Softwarefehler zu finden.

Als vorläufigen Preis gab der Entwickler rund 90 US-Dollar an. Für die Erweiterungen steht noch kein Preis fest. Eine Konsumervariante ohne Modding-Funktionen ist ebenso im Gespräch, jedoch noch nicht konkretisiert. (amo [5])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4271249

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/select/ct/2018/12/1527917618510644
[2] https://www.heise.de/select/make/2016/14/1481471865438238
[3] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_4274657.html?back=4271249
[4] https://www.heise.de/newsticker/bilderstrecke/bilderstrecke_4274657.html?back=4271249
[5] mailto:amo@ct.de