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Technology Review

ETech 2009: Billige Hardware, kreative Software

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Während Apple seinen sprechenden iPod Shuffle präsentierte, zerbrachen sich in der vergangenen Woche Entwickler und Manager auf der diesjährigen Emerging Technology Konferenz in San Jose die Köpfe darüber, wie Computer, Programme und Web-Dienste für die große Mehrheit der Erdbevölkerung aussehen sollen, für die selbst ein Netbook unerschwinglich ist. Das Rezept, auf das Neugründungen wie Pixel Qi und Playpower setzen, heißt intelligenter Umbau bestehender Hardware und Software, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Pixel Qi ist die neueste Firma der ehemaligen Intel-Ingenieurin Mary Lou Jepsen, die bis zum vergangenen Jahr Cheftechnologin der Organisation One Laptop Per Child (OLPC) war. Die Entstehung des grün-weißen XO-Rechners für Kinder in der Dritten Welt inspirierte sie, aus dem gemeinnützigen Vorhaben einen kommerziellen Anbieter auszugründen.

Nach einigen Verzögerungen auf der technischen und finanziellen Seite wird Pixel Qi noch dieses Jahr die erste Generation von Multifunktions-Flachbildschirmen auf den Markt bringen, die deutlich günstiger und energiesparender als gängige Laptop-Monitore sind. Die Bildschirme sollen in neue Netbooks und E-Reader eingebaut werden, so Jepsen, und können sich je nach Betrieb an drei unterschiedliche Nutzungsbedingungen anpassen. Einmal im Strom sparenden Schwarz-Weiß-Betrieb wie elektronisches Papier, bei dem der Bildschirm nicht ständig beleuchtet werden muss. Zweitens eine niedrig auflösende Farbdarstellung, wie sie der XO-Computer heute mit einem Watt leistet, und drittens als hoch auflösender Monitor, wie er sich in Standard-Laptops und HD-Fernsehern befindet.

Den kleinsten gemeinsamen Nenner der Computerwelt hat die Neugründung Playpower.org im Auge, die ebenfalls auf der ETech präsentierte. Von drei Studenten an der Universität Kalifornien in San Diego (UCSD) ins Leben gerufen, will die Stiftung kleine und billige Lernprogramme für Kinder in der Dritten Welt in Umlauf bringen. Dazu hofft Playpower eine Brücke zu schlagen zwischen Open Source-Programmierern, die sich alten 8 Bit-Rechnern verschrieben haben, und Billig-Herstellern in Schwellenländern wie Indien und China. Dort werden die nicht mehr Patent-geschützten Erben des Apple II von Atari- und Nintendo-Konsolen nachgebaut und für zehn bis 12 Dollar das Stück verkauft.

Der ganze Konferenzbericht von der ETech 2009 in Technology Review online:

(bsc)