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EU: Bedenken gegen Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle

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Die EU-Wettbewerbshüter haben Bedenken gegen die geplante Übernahme des US-Serverherstellers Sun Microsystems durch den Software-Konzern Oracle angemeldet. In einer vertieften Prüfung soll nun geklärt werden, ob der Deal gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt.

Das Vorhaben werfe wettbewerbsrechtliche Probleme auf dem Markt für Datenbanken auf, heißt es heute in einer Mitteilung der EU-Kommission. Insbesondere müsse die Kommission sicherstellen, dass die Kunden nach der Übernahme nicht mit einem geringeren Angebot oder höheren Preisen konfrontiert werden, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes mit. Die EU-Kartellwächter haben nun bis zum 19. Januar 2010 Zeit, über den Deal zu entscheiden.

Der Markt für Datenbanken sei stark konzentriert, schreibt die EU-Kommission. Die drei Hauptwettbewerber im Bereich proprietäre Datenbanken, Oracle, IBM und Microsoft, kontrollierten nach Umsatz etwa 85 Prozent dieses Marktes. Oracle sei Marktführer bei proprietären Datenbanken, während die MySQL-Datenbank von Sun die weltweit führende Open-Source-Datenbank sei.

Die Kommission hat nach vorläufigen Untersuchungen ermittelt, dass die Oracle-Datenbanken und die MySQL-Datenbank von Sun in vielen Sektoren des Datenbankmarktes direkte Konkurrenten seien. Es werde allgemein erwartet, dass MySQL mit zunehmender Funktionsfähigkeit einen immer größeren Wettbewerbsdruck auslöst. Der Open-Source-Charakter der MySQL-Datenbank könne die möglichen wettbewerbswidrigen Auswirkungen nicht völlig beheben. Die Kommission will nun unter anderem herausfinden, welche Anreize Oracle hat, MySQL als Open-Source-Datenbank weiterzuentwickeln.

Oracle hatte im April angekündigt, Sun Microsystems für 7,4 Milliarden Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro) inklusive Schulden zu übernehmen. Sun, einer der weltweit größten Server-Hersteller, schreibt schon länger Verluste.

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(anw)