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EU-Kartellwächter nehmen Android ins Visier

Nach der vierjährigen Untersuchung der Suchmaschine könnte sich die EU-Kommission erneut mit Google anlegen. Laut einem Agenturbericht ist ein Verfahren wegen Android in Vorbereitung.

Google droht erneut Ärger mit der EU-Kommission. In Brüssel werde eine Kartelluntersuchung der Marktmacht von Android vorbereitet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit den Vorgängen vertraute Personen. Wenn im November ein neuer Wettbewerbskommissar seinen Posten antritt, könnte der das neue Kapitel im Fall Google aufschlagen.

Androids Marktmacht könnte Google neuen Ärger mit der EU-Kommission bescheren.

(Bild: dpa)

Dem Bericht zufolge stellt die Kommission bereits Nachforschungen über das Geschäftsgebaren von Google im Zusammenhang mit Android an. Dabei stehe unter anderem die Frage im Fokus, ob Google seine Marktmacht missbraucht, um eigene Dienste wie die Suchmaschine oder Google Maps zu bevorzugen. Android hat einen Marktanteil von rund 80 Prozent bei Smartphones.

In den vergangenen Wochen soll die Kommission dazu verstärkt Fragebogen an Unternehmen geschickt haben. Darin fragen die EU-Wettbewerbshüter laut Reuters unter anderem, ob Google in irgendeiner Form die Installation von Apps untersagt, die mit Google-Diensten konkurrieren. Die angeschriebenen Unternehmen haben bis September Zeit zu antworten.

Gerätehersteller könnten Android zwar kostenlos einsetzen, heißt es weiter. Doch müssten sie sich vertraglich verpflichten, ein Minimum an Google-Diensten mit den Smartphones auszuliefern, um die jeweils neueste Version zu erhalten, sagte ein ehemaliger Google-Manager der Nachrichtenagentur.

Eine formelle Untersuchung könne beginnen, sobald es eine Entscheidung über das laufende Verfahren wegen Googles Suchmaschine gibt. Entgegen der vollmundigen Bekenntnisse von Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, den US-Internetriesen zu zähmen, hat sich Google bisher nur zu ein paar Zugeständnissen bereit erklärt. Dass Almunia das Verfahren damit beilegen wollte, hat für Streit in der Kommission gesorgt – und für Kritik aus der Medienbranche.

Almunia könnte nun das Verfahren doch noch weiterführen und strengere Sanktionen fordern, heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Oder er erweitert das Verfahren um eine neue Untersuchung mit dem Fokus auf Android. Eine Entscheidung darüber soll laut FAZ im September fallen. Das Verfahren würde dann Almunias Nachfolger erben. (vbr)

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