EU-Kartellwächter schauen sich Android-Lizenzierung an

Google nutze seine marktbeherrschende Stellung bei dem Betriebssystem aus, lauten die Vorwürfe von Konkurrenten.

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  • Andreas Wilkens

Die EU-Kommission prüft die Lizenzierungspraxis beim Mobilbetriebssystem Android. Das berichtet die Financial Times, der nach eigenen Angaben Dokumente dazu vorliegen. Google biete Android unter den marktüblichen Preisen an. Außerdem schließe der Suchmaschinenanbieter mit Smartphone-Herstellern exklusive Verträge dazu ab, dass sie Googles mobile Dienste auf den Geräten vorinstallieren. Dabei nutze das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung, lauten demnach die Vorwürfe.

Bei der EU-Kommission beschwert haben sich unter anderem Microsoft und Nokia. Die Untersuchung sei noch in einem frühen Stadium, berichtet die Zeitung. Das heißt, Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter sollen zunächst 82 Fragen der EU-Kommission beantworten.

Google argumentiert, Android sei eine offene Plattform, die Konkurrenz fördere. Gerätehersteller, Mobilfunkanbieter und Verbraucher könnten selbst bestimmen, wie sie Android nutzen und welche Anwendungen sie installieren. Android kam im ersten Quartal weltweit auf 75 Prozent Marktanteil, Apples iOS auf 17 und Windows Phone auf 3 Prozent.

Unklar ist, ob es sich bei den von der Financial Times gemeldeten Beschwerden um die handelt, über die Anfang April dieses Jahres berichtet wurde. Dabei hatte die Organisation "Fairsearch Europe", in der sich unter anderem Firmen wie Nokia, Microsoft und Oracle zusammengeschlossen haben, Google vorgeworfen, Android dafür zu nutzen, um Google-Apps auf der großen Mehrheit der heutzutage verkauften Smartphones einen wettbewerbswidrigen Vorteil zu verschaffen.

Die Kartellwächter der EU-Kommission haben Google zurzeit auch noch in einer anderen Angelegenheit am Wickel. Sie werfen dem Suchmaschinenanbieter vor, bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste gegenüber Konkurrenzangeboten zu bevorzugen. Ende Mai verlangte die EU-Kommission von Google mehr Zugeständnisse, um einer Milliarden-Strafe zu entgehen. (anw)