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EU-Kommissarin will Hersteller zur Offenlegung von Datenformaten zwingen

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Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda Neelie Kroes hat in einer Rede auf der Konferenz Open Forum Europe am vergangenen Donnerstag in Brüssel die Wichtigkeit der Interoperabilität von IT-Systemen betont. Die Vorteile seien nicht nur ökonomischer Natur, sondern würden unsere künftige Lebensqualität grundlegend bestimmen.

Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Digitale Agenda

(Bild: Olivier Ezratty (CC Attribution-Share Alike 3.0))

Kroes und ihre Kollegen in der EU-Kommission wollen sicherstellen, dass bedeutende Marktteilnehmer für Interoperabilität ihrer Produkte sorgen. Dabei erinnerte sie daran, dass sie als frühere Wettbewerbskommissarin Jahre kämpfen musste, bis Microsoft schließlich Informationen zur Interoperabilität an andere Marktteilnehmer lizenzierte. Künftig solle die EU-Kommission aber nicht mehr gezwungen sein, langwierige Kartellverfahren gegen Firmen betreiben zu müssen, deren Software nicht interoperabel sei.

Sie suche daher einen Weg, sicherzustellen, dass Firmen die nötigen Informationen zur Verfügung stellen, wobei sich diese Initiative sicherlich auf bestimmte IT-Produkte beschränken müsse – und wohl auch eine gewisse Preisobergrenze beinhalten müsste.

Kroes betonte ihn ihrer Rede zudem die Absicht, das Problem der Interoperabilität mit einem Gesetz zu lösen und nicht auf die Marktkräfte zu vertrauen – wohl wissend, dass ein solches Gesetzesvorhaben massive Auswirkungen auf die gesamte Industrie haben und dort massiven Widerstand hervorrufen wird. Aber sie wolle diese Veränderung durchsetzen und werde nicht aufhören, immer wieder darüber zu reden, bis das Ziel erreicht ist. (mid)