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EU-Kommission: Europa als Vorreiter für vollautomatisiertes und vernetztes Fahren

Die EU-Kommission hat ein Maßnahmenpaket für "sichere, umweltfreundliche und vernetzte Mobilität" auf den Weg gebracht. Bis 2022 sollen alle neuen Autos ans Internet angeschlossen und mit zusätzlichen Sicherheitssystemen ausgerüstet werden.

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EU-Kommission: Europa soll Vorreiter für vollautomatisiertes und vernetztes Fahren werden

(Bild: ec.europa.eu)

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket für "sichere, umweltfreundliche und vernetzte Mobilität" will die EU-Kommission Europa weltweit zu einem Vorreiter fürs vollautomatisierte Fahren machen. Dazu kommen sollen verbesserte Sicherheitsfunktionen für Autos und Straßen, ein "Aktionsplan für Batterien" sowie strengere Umweltauflagen vor allem für Lkw.

Eine Strategie für "kooperative intelligente Verkehrssysteme" formulierte die EU-Kommission schon 2016. Diese soll nun auch stärker finanziell unterfüttert werden. Für den Zeitraum 2014 bis 2020 haben die EU-Gremien insgesamt bereits rund 300 Millionen Euro aus dem Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 bereitgestellt, um Innovationen rund um die Automatisierung von Fahrzeugen voranzutreiben. Für die Jahre 2018 bis 2020 erwartet die Kommission nun Vorschläge mit einem Finanzvolumen von insgesamt 103 Millionen Euro, mit denen sie vor allem "groß angelegte Demonstrations- und Pilotvorhaben" fördern will.

Zugleich sagt die Kommission noch für dieses Jahr Fördermittel in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro zu, "um die Nutzung der 5G-Konnektivität für hoch automatisierte Fahrfunktionen und neue Mobilitätsdienste zu prüfen". Ferner stellt sie im Rahmen des Fonds "Connecting Europe" weitere Mittel von bis zu 450 Millionen Euro bereit, um die Digitalisierung des Verkehrs zu unterstützen.

Teil des Pakets ist auch ein Entwurf zur Reform der Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen. Demnach sollen binnen drei Jahren alle neu auf den Markt gebrachten Fahrzeugmodelle mit elf "fortschrittlichen Sicherheitssystemen" wie Notbremshilfe, Spurhalteassistent, übersteuerbarem intelligentem Geschwindigkeitsassistenten oder Ablenkungserkennung ausgerüstet werden. Lkw müssen mit Systemen zur Fußgänger- und Radfahrererkennung ausgestattet werden. Crashtests für alle Fahrzeugklassen einschließlich Geländewagen und leichte Nutzfahrzeuge sollen verbindlich werden. Die Kommission geht davon aus, dass so zwischen 2020 und 2030 "7300 Leben gerettet und 38.900 schwere Verletzungen vermieden werden".

Weiter schlägt die EU-Kommission vor, dass die Kohlendioxid-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen inklusive Lkw und Kraftomnibussen bis 2030 um mindestens 30 Prozent gegenüber 2019 sinken sollen. Die Elektromobilität will sie mit Erleichterungen und Hilfen beim Bau von Akkus beflügeln. So soll etwa der Zugang zu Rohstoffen gesichert und die Entwicklung neuer Herstellungsverfahren und Technik für Batterien gefördert werden.

Die Kommission will auch den Rechtsrahmen an die vernetzte Mobilität anpassen mit Vorgaben zu Cybersicherheit, Interoperabilität und zum Datenschutz beziehungsweise Zugang zu Messwerten und Informationen. Nicht zuletzt verspricht sie, die ethischen, gesellschaftlichen, sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen des automatisierten Fahrens zu prüfen und etwa die Umschulung von Arbeitskräften zu unterstützen. Energiekommissar Maroš Šefčovič betonte, das Kabinett wolle sich insgesamt bei "Emissionen, Stau und Unfällen" einer "dreifachen Null annähern". (Stefan Krempl) / (anw)

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