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EU-Kommission: Europa soll globales FinTech-Zentrum werden

Mit einem Aktionsplan will die EU-Kommission den Einsatz von neuen Technologien wie Blockchain, Künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten im Finanzsektor beflügeln und einheitliche Regeln für Crowdfunding etablieren.

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(Bild: dpa, Jens Kalaene)

Technologischen Finanzinnovationen (FinTech) und ihren Anbietern verspricht die EU-Kommission eine goldene Zukunft. Die Brüsseler Regierungseinrichtung hat Ende der Woche einen Aktionsplan angekündigt, mit dem Europa zum "globalen FinTech-Zentrum" heranreifen soll.

Die Initiative zielt vor allem darauf ab, dass der Finanzsektor die raschen Fortschritte bei neuen Technologien wie der dezentralen Datenbank Blockchain, Künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud Computing effektiv nutzen kann. Eingerichtet werden soll dafür ein EU-FinTech-Labor, in dem europäische und nationale Behörden "in einem neutralen, gemeinnützigen Rahmen" mit Anbietern von Technologielösungen zusammenkommen.

Ferner will die Kommission in Kooperation mit Aufsichtsbehörden für den Finanzmarkt Praktiken für "regulatorische Sandkästen" empfehlen. Darunter versteht sie einen Rahmen, unter dem FinTech-Startups und andere Innovatoren "lebensechte Experimente unter kontrollierten Bedingungen" durchführen können.

Neben derlei Spielplätzen für Gründer drängt die Regierungsinstanz darauf, den Informationsaustausch im Bereich Internetsicherheit im Finanzsektor zu erhöhen und die Digitalisierung auch etablierter, bereits börsennotierter Unternehmen in diesem Bereich zu beschleunigen. Die Finanzwirtschaft sieht sie generell als "größten Nutzer digitaler Technologien und eine maßgebliche Triebkraft des digitalen Wandels".

Teil des Vorhabens ist es auch, Finanzierungsmöglichkeiten von Startups allgemein zu verbessern. Dazu schlägt die Kommission mit einem Verordnungsentwurf ein europaweites Label für Crowdfunding-Plattformen vor. Damit soll die Lizenz eines Landes genügen, um ein solches Portal zum kollektiven Geldeinsammeln in der gesamten EU zu betreiben.

Parallel werden laut der Initiative auch Anleger auf Crowdfunding-Plattformen besser geschützt. Vorgesehen sind dafür klarere und kohärentere Regeln, wie und welche Informationen vorab veröffentlicht werden müssen, sowie für die Kontrolle und das Risikomanagement. Die EU-weite Lizenz für Crowdfunding wird laut dem EU-Kommissar für Finanzdienstleistungen, Valdis Dombrovskis, einschlägigen Plattformen dabei helfen, "europaweit zu expandieren". (Stefan Krempl) / (tiw)

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