Menü

EU-Kommission: Verantwortung für Vista-Start liegt allein bei Microsoft

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 103 Beiträge

Ein Sprecher der EU-Kommission hat heute betont, es gebe keinen Grund, weshalb Microsoft Vista nicht auf eine Art vermarkten könnte, die den Wettbewerbsregeln entspreche. Die Darstellung, dass die EU-Regulierer die Markteinführung von Vista verzögerten, sei "irreführend", meinte der zuständige Sprecher Jonathan Todd laut dpa. Die EU-Kommission habe Microsoft im Juli eine Liste von Fragen zu Vista zukommen lassen, der Softwarekonzern habe sie nach einer von ihm beantragten Fristverlängerung erst Ende August beantwortet.

Die Verantwortung dafür, dass Vista den geltenden Wettbewerbsregeln entspricht, liege allein bei Microsoft, sagte Todd. Es sei nicht Sache der Kommission, "grünes Licht" für Vista zu geben. Dies habe EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bereits in einem Telefongespräch mit Microsoft-Chef Steve Ballmer am 22. August betont.

Microsoft schließt eine Verzögerung beim Start seines neuen Betriebssystems Vista in Europa wegen des Kartellstreits mit der EU-Kommission nicht aus, hieß es gestern. Eine Antwort der Europäischen Kommission auf die Frage, ob der XP-Nachfolger dem europäischen Recht entspreche, stehe noch aus, sagte Microsoft-Sprecher Tom Brookes. Sollten die Kartellwächter zusätzliche Änderungen an der Software fordern, könnte das den Markstart von Vista in Europa weiter verzögern. Vista soll nach mehrfachen Verzögerungen nun im Januar 2007 in den Handel kommen.

Zuletzt im März hatte die Kommission öffentlich Zweifel an der Regelkonformität von Vista geäußert. Sie befürchte, dass Computerhersteller und Verbraucher bei Vista keine ausreichende Auswahl zwischen verschiedenen Softwarepaketen erhalten könnten, hieß es seinerzeit. Die Kommission fordert von Microsoft eine stärkere Offenlegung des Windows-Betriebssystems, damit Wettbewerber leichter ihre Programme anbinden können. Kroes hatte Mitte Juli Microsoft ein Bußgeld von 280,5 Millionen Euro auferlegt, weil das Unternehmen aus Brüsseler Sicht zwei Jahre alten Sanktionen nicht nachgekommen war. Im März 2004 hatte die Kommission gegen Microsoft bereits das Rekord-Strafgeld von 497 Millionen Euro und Produktauflagen verhängt.

Zum EU-Kartellverfahren gegen Microsoft siehe auch:

Anzeige
Anzeige