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EU-Kommission benennt "Microsoft-Berater"

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Die EU-Kommission hat den britischen Informatik-Professor Neil Barrett zum Bevollmächtigten ernannt. Er soll die Kommission bei der Beurteilung der Frage beraten, ob sich Microsoft an die Produktauflagen hält, die den Redmondern im März 2004 auferlegt wurden. Diese und eine Geldstrafe in Höhe von 497 Millionen Euro hatte die Kommission verhängt, da Microsoft "durch Ausdehnung ihres Quasi-Monopols bei Betriebssystemen für PCs auf den Markt für Betriebssysteme für Arbeitsgruppenserver und den Markt für Medienabspielprogramme gegen das in der EG geltende Verbot des Missbrauchs von beherrschenden Stellungen (Artikel 82)" verstoßen habe.

Die Ernennung des Treuhänders hat die für Wettbewerb zuständige Kommissarin Neelie Kroes heute Microsoft-CEO Steve Ballmer persönlich mitgeteilt. Die EU-Kommission hat zu dem Treffen bisher noch keine weitere Stellungnahme bekannt gegeben. In Medienberichten heißt es, das Treffen habe im Rahmen "normaler Beziehungen" zwischen dem Konzern und der Kommission stattgefunden. Auch von Microsoft liegt noch keine Stellungnahme vor.

Für das Amt des Bevollmächtigten hatte Microsoft verschiedene Kandidaten vorgeschlagen. Die Kommission hat nach eigenen Angaben die Erfahrung und Unparteilichkeit aller Kandidaten überprüft und festgestellt, dass Professor Barrett die "besten Voraussetzungen für das Amt des Bevollmächtigten mitbrachte". Er darf keine Verbindung zu Microsoft haben, muss über die erforderlichen Qualifikationen für die Wahrnehmung der Aufgabe verfügen und Fachleute anstellen können, die Tätigkeiten im Zusammenhang mit seinem Auftrag ausführen, lautet die Stellenbeschreibung.

Der Bevollmächtigte soll der Kommission "unparteiischen fachlichen Rat in Fragen der Einhaltung der Entscheidung" erteilen. Microsoft muss die vollständigen und genauen Schnittstellenspezifikationen offenlegen, mit denen nicht von Microsoft stammende Arbeitsgruppenserver uneingeschränkt mit Windows-PCs und -Servern kommunizieren können. Barrett soll beurteilen, ob Microsoft die Protokollspezifikationen vollständig und tatsachengetreu offengelegt hat und ob der Konzern diese "unter angemessenen und nicht diskriminierenden Bedingungen zur Verfügung gestellt hat". Auch soll der Bevollmächtigte prüfen, ob Microsoft den PC-Herstellern als Alternative eine Version des PC-Betriebssystems Windows ohne Windows Media Player anbietet.

Neil Barrett studierte Mathematik und Informatik an der Nottingham University und schloss sein Studium 1983 ab. 1985 wurde er Dozent an der Universität von York. Barrett betätigte sich unter anderem als Berater für Unix und Computersicherheit und war Mitarbeiter von Bull Information Systems und 1999 bei IRM plc als technischer Direktor. Als Experte für Computersicherheit und -kriminalität ist er auch als Gastprofessor an Universitäten tätig. (anw)

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