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EU-Kommission genehmigt Millionen-Beihilfe für Quaero

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Die EU-Kommission hat einer Förderung des französischen Suchmaschinen-Entwicklungsprojekts Quaero durch den französischen Staat in Höhe von 99 Millionen Euro zugestimmt. Das Ziel von Quaero ist es, einen Google-ähnlichen Suchindex aufzubauen. Gestützt wird das Projekt von einem Konsortium von 23 Unternehmen, dem die Elektronikgruppe Thomson vorsteht.

Die staatliche Förderung musste von der EU-Kommission genehmigt werden, da sie einen vereinbarten Schwellenwert überschritten hatte. Frankreich hatte die geplante Beihilfe im August 2007 angemeldet. Die zuständige Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes teilte jetzt mit: "Wir haben uns vergewissert, dass der Nutzen des Programms für die europäische Forschung größer ist als die nachteiligen Auswirkungen der Beihilfe auf den Wettbewerb." Die Beihilfe werde nur "begrenzte Wettbewerbsverzerrungen" bewirken, außerdem habe das Projekt "eine positive Außenwirkung für die gesamte Gemeinschaft".

Das Gesamtbudget des FuE-Programms Quaero wird mit 199 Millionen Euro veranschlagt und soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Ziel ist es, neue Lösungen und maßgebliche Verbesserungen für die Erschließung multimedialer und multilingualer Inhalte in verschiedenen Formaten zu entwickeln. Thomson will so sein Angebot an Plattformen für die Bereitstellung audiovisueller Inhalte über neue Plattformen wie IPTV oder Video on Demand erweitern. Außerdem will es neue Systeme zur Verwaltung digitaler Multimediainhalte entwickeln.

Ehemals war Quaero ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt. Als die französischen und deutschen Konsortien unterschiedliche Vorstellungen entwickelten, beschlossen sie, zwei eigenständige Programme durchzuführen. Die Deutschen gründeten ein eigenes Projekt namens Theseus, das sich, gestützt auf semantische Technologien, auf die Entwicklung spezialisierter Suchwerkzeuge konzentriert. Die deutsche Beihilfe von 90 Millionen Euro für Theseus hatte die Kommission bereits im Juli 2007 genehmigt. Die Bundesregierung erhofft sich, dass Deutschland damit "neue Internet-Technologien und IKT-basierte Dienstleistungen für das Internet der Dienste entwickelt, die den Sprung "vom Suchen zum Finden" im Internet ermöglichten (PDF-Datei).

Quaero hat jedoch weiterhin eine deutsch-französische Dimension, da deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen weiterhin beteiligt sind. Beide Konsortien wollen sich außerdem je nach Bedarf und Möglichkeit weiterhin abstimmen und zusammenarbeiten. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jo)