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EU-Kommission weiterhin gegen die Fusion AOL/Time Warner

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In einer vorläufigen Empfehlung spricht sich die EU-Kommission für die Ablehnung der Fusion des Online-Dienstes AOL und des Medien-Unternehmens Time Warner aus. Das schreibt das Wall Street Journal in seiner heutigen Ausgabe unter Berufung auf EU-Kreise. Die europäischen Wettbewerbshüter seien vor allem über den ebenfalls im Rahmen der Fusion geplanten Zusammenschluss der Warner Music Group (WMG) mit dem brischen Musik-Konzern EMI beunruhigt.

Das Blatt zitiert eine Sprecherin der Kommission mit den Worten, dass es normal sei, dass "die Kommission Zwischenberichte herausgebe, auch dann, wenn sie ein Verbot vorschlagen". Zum Stand der Verhandlungen mit AOL, Time Warner und EMI machte sie allerdings keine konkreten Angaben, sagte vielmehr, dass sie "in die richtige Richtung" liefen.

Gestern trafen sich Vertreter von WMG und EMI mit Wettbewerbskommissiar Mario Monti, um dessen Bedenken gegen den Zusammenschluss auszuräumen. Die Financial Times Deutschland vermutet, dass WMG und EMI den Verkauf kleinerer Labels vor allem in den Regionen Europas angeboten haben, wo ihr Marktanteil besonders hoch ist. Bis heute abend um Mitternacht müssen die Konzerne ihre Zugeständnisse formal in Brüssel einreichen.

Ein Zusammengehen von WMG und EMI würde das größte Musik-Unternehmen der Welt hervorbringen. EMI und WMG gehören neben Universal, Sony Music und der Bertelsmann Music Group zu den so genannten Big Five der Musikbranche und nehmen die Plätze zwei und drei ein. Momentan ist noch Universal der weltgrößte Musik-Konzern.

In den nächsten Tagen werden auch Verantwortliche von AOL und Time Warner in Brüssel erwartet. Den Fusionsplänen dieser beiden Unternehmen, die die EU-Kommission in einem separaten Verfahren untersucht, werden von Marktbeobachtern immer weniger Erfolgsaussichten eingeräumt. Die bisher in Aussicht gestellten Zugeständnisse gehen der EU-Kommission dem Vernehmen nach nicht weit genug. Die Frist, innerhalb der Konzessionen für die "große Fusion" offiziell vorgeschlagen werden können, läuft noch eine weitere Woche. Danach haben Monti und die Kommission noch jeweils einen Monat Zeit, um eine Entscheidung über die Fusionspläne zu treffen. (chr)