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EU-Kommission will Kinder im Netz besser schützen

Viele Kinder und Jugendliche verraten Telefonnummern und andere private Details im Netz, ohne die Gefahren zu kennen. Zu diesem Schluss kommt eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage, die am Montag in Brüssel veröffentlicht worden ist. Sie zeigt, dass immer mehr und immer jüngere Kinder Soziale Netzwerke wie Facebook oder SchuelerVZ nutzen. Vor allem den Kleinen fehle es an technischem Wissen und dem nötigen Weitblick, um vorsichtig mit ihren Informationen umzugehen.

Die EU-Kommission rief alle Betreiber Sozialer Netze auf, Profile Minderjähriger besser zu schützen. "Immer mehr Kinder nutzen soziale Netze, aber viele vernachlässigen ihre Sicherheit im Internet", sagte EU-Kommissarin Neelie Kroes. "Diese Kinder setzen sich großen Gefahre aus und sind leichte Beute für Stalking."

Ein Viertel der Jugendlichen gab an, ihre Profile seien auf "öffentlich" eingestellt und könnten von jedermann eingesehen werden – oftmals samt Adresse, Telefonnummer und Alter. Jüngere Internetnutzer haben laut Umfrage in den meisten Ländern eher öffentliche Profile als ältere. Und das, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Privatsphäre-Einstellungen im Sozialen Netzwerk ändern können. Nur etwas mehr als die Hälfte der 11- bis 12-Jährigen sieht sich in der Lage, die Privatsphäre-Einstellungen zu ändern. Bei den 15- bis 16-Jährigen sind es 78 Prozent.

Die Kommission verlangt von den Betreibern, Profile Minderjähriger grundsätzlich nur für bestätigte Kontakte zugänglich zu machen. So könnten sie nicht mehr von der breiten Öffentlichkeit oder von Suchmaschinen eingesehen werden.

In Deutschland haben laut Umfrage 72 Prozent der 13- bis 16-Jährigen Profile in Sozialen Netzwerken. Bei den Jüngeren, den 9- bis 12-Jährigen, sind es 27 Prozent. Deutsche Kinder und Jugendliche sind damit im Internet etwas weniger aktiv als ihre Altersgenossen im europäischen Ausland. Im EU-Schnitt haben 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen persönliche Profile im Netz sowie 38 Prozent der 9- bis 12-Jährigen. Für die Studie hat EUKidsOnline rund 25.000 Jugendliche in 25 europäischen Ländern befragt.

Die EU-Kommission will im Laufe des Jahres einen Bericht vorlegen, in dem sie bewertet, ob die Betreiber Sozialer Netzwerke einer Selbstverpflichtung nachkommen. Darin einigten sie sich 2009 darauf, Jugendliche im Netz besser zu schützen. Unterschrieben haben unter anderem Facebook, SchuelerVZ und MySpace. (dpa) / (vbr)

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