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EU-Kommission will Lautstärke von mobilen Musikplayern regeln

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Die EU-Kommission will insbesondere junge Menschen vor Schäden durch Hören von zu lauter Musik schützen. Daher hat die für Verbraucherangelegenheiten zuständige Kommissarin Meglena Kuneva heute neue Vorgaben für die Hersteller von mobilen Musikplayern und Handys mit Musikabspielfunktion vorgeschlagen. Demnach sollen die Geräte künftig auf eine gesundheitsverträgliche maximale Lautstärke begrenzt werden. Der Nutzer könne aber die Lautstärke erhöhen, wenn er dabei vor den möglichen gesundheitlichen Konsequenzen gewarnt werde. Auch müsse er beispielsweise darauf hingewiesen werden, dass der Austausch der original einem Gerät beigelegten Ohrhörer zu einer höheren Lautstärke führen kann.

Der Genuss von Musik mit einer Lautstärke ab 80 dB(A) sollte nach Ansicht der EU-Kommission auf 40 Stunden je Woche begrenzt werden, das Hören bei einer Lautstärke ab 89 dB(A) auf wöchentlich 5 Stunden. Konkrete technische Vorgaben macht die EU-Kommission dabei nicht, sie erwartet Vorschläge für die Umsetzung von der Industrie.

Die EU-Kommission verweist auf eine vor knapp einem Jahr von ihr veröffentlichtes Gutachten, laut dem der Geräuschpegel bei Musikplayern durchschnittlich 75 bis 85 dB(A) beträgt. Zwar sei der Geräuschpegel tragbarer Abspielgeräte durch die europäische Sicherheitsnorm bereits auf 100 dB begrenzt. Es gebe allerdings zunehmend Bedenken, dass auch eine übermäßig lange Exposition gegenüber solchen Lärmquellen zur Gehörschädigung führen könnte. Tatsächlich liegt der maximale Geräuschpegel je nach Gerät und Ohrhörer zwischen 80 und 115, manchmal auch bei 120 dB(A), hieß es seinerzeit.

Die EU-Kommission legt die Vorgaben dem Europäischen Komitee für elektrotechnische Normierung (CENELEC) vor. Das darauf folgende Verfahren, bei dem Wissenschaftler, Unternehmen und Verbrauchervertreter beteiligt werden, kann bis zu zwei Jahre dauern. Neue Geräte von Herstellern, die sich dann an den "de-facto-Standard" halten, sollen als "sicher" gelten. Andere Hersteller müssten ihre Geräte teuren Testverfahren unterziehen, schreibt die EU-Kommission. (anw)