Menü

EU-Kommission will die "saubere Mobilität" beflügeln

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 27 Beiträge

Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass mehr Tankstellen mit alternativen, umweltfreundlichen Kraftstoffen aufgebaut werden. Sie schlägt in dem Strategiepapier "Saubere Energie für den Verkehr" beispielsweise im Bereich Elektromobilität für jeden Mitgliedsstaat eine Mindestanzahl von Ladestationen vor. Demnach soll Deutschland 150.000 öffentlich zugängliche Stromzapfstellen für Elektroautos bis 2020 schaffen. Für Italien sind 125.000, für Großbritannien 122.000 vorgesehen. Die Ladestecker sollen zudem europaweit auf Basis des hierzulande gebräuchlichen Modells ("Typ 2") vereinheitlicht werden.

In Deutschland gab es 2011 laut EU-Statistik über 1937 Ladestellen für E-Fahrzeuge und damit die meisten in Europa. Es folgen die Niederlande mit 1700 und Frankreich mit 1600 Stromzapfstationen. Den ambitioniertesten Plan im Bereich Elektromobilität hat Spanien: Dort sollen bis 2020 rund 2,5 Millionen Elektroautos über die Straßen rollen. Frankreich peilt 2 Millionen an, Großbritannien über 1,5 Millionen, Deutschland eine Million. Die EU-Kommission will "eine kritische Masse an Ladestationen" erreichen. So soll es der Kfz-Industrie ermöglicht werden, Elektroautos in Großproduktion und damit zu vertretbaren Preisen herzustellen.

Deutschland, Italien und Dänemark verfügten bereits über eine "beträchtliche Anzahl" von Wasserstoff-Tankstellen, teilt die Kommission weiter mit. Einige davon seien bislang aber nicht öffentlich zugänglich. Die Kommission will nun erreichen, dass die bestehenden Kraftstoffpumpen zu einem "Verbundnetz mit gemeinsamen Normen" zusammengeschlossen werden. Der Plan beschränkt sich auf die 14 Mitgliedsstaaten, die derzeit schon ein Wasserstoffnetz haben.

Bis spätestens 2025 sollen in 139 See- und Binnenhäfen des Kerns des transeuropäischen Verkehrsnetzes Tankstellen für flüssiges Erdgas installiert werden. Die könnten auch mobil sein, große Terminals seien nicht erforderlich. für LKW sollen bis 2020 alle 400 Kilometer entlang der Hauptstraßenwege Zapfstellen für Flüssigerdgas errichtet werden. Parallel schweben der Kommission spätestens alle 150 Kilometer öffentlich zugängliche Tankstellen für komprimiertes Erdgas vor, das in erster Linie in Autos verwendet wird.

"Die Mitgliedstaaten werden auch ohne zwangsläufigen Einsatz öffentlicher Mittel in der Lage sein, die genannten Änderungen zu verwirklichen", heißt es in Brüssel. Die Regierungen könnten etwa Vorschriften auf lokaler Ebene ändern, um private Investitionen anzukurbeln und "Verhaltensumstellungen herbeizuführen". Dabei könnten Bauaufträge für Raststätten oder Parkhäuser an Auflagen gekoppelt werden, Tankstellen mit alternativen Kraftstoffen zu integrieren. Die Kommission verweist auch auf bestehende Fördertöpfe für Verkehrs- und Strukturprojekte.

Die Kommission schätzt die Gesamtkosten für die Strategie auf 10,5 Milliarden Euro bis 2020. Sie geht davon aus, dass diese Summe gut angelegt ist: Allein durch niedrigere Ölimporte sollen sich 2,3 Milliarden Euro pro Jahr bis 2030 einsparen lassen. (Stefan Krempl) / (anw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige