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EU-Medienkommissarin: "Wettbewerb, Wettbewerb, Wettbewerb"

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Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, hat die Mobilfunkbetreiber in Europa erneut aufgefordert, die Preise für die Nutzung von Datendiensten im Ausland zu senken. "Die Menschen sollten nicht dafür bestraft werden, wenn sie über die Grenze gehen", sagte die EU-Kommissarin am heutigen Montag in München.

Reding ermahnt die Branche bereits seit Monaten, freiwillig die Preise für das Daten-Roaming zu senken, die teilweise zehnmal so hoch wie im Inland sind. Sollten die Mobilfunkbetreiber nicht von sich aus tätig werden, drohte Reding im November, werde die Kommission mit Unterstützung des Europaparlaments eingreifen und ähnlich wie beim Gesprächs-Roaming Preisobergrenzen festsetzen.

Auch bei den Datenverbindungen könne es nicht angehen, dass sich die Menschen bei jedem Grenzübertritt in Europa Gedanken über die Kosten machen müssten, kritisierte die EU-Kommissarin heute bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Märkte der Mobilität" im Rahmen der Konferenz "Digital, Life, Design" des Medienkonzerns Hubert Burda Media.

Zugleich forderte Reding den raschen Ausbau schneller Internetverbindungen in Europa. "Wir brauchen Breitband für alle", sagte sie. Zwar sei der Ausbau vor allem in skandinavischen Ländern schon vorbildlich. Insgesamt gebe es bei der Breitband-Versorgung in Europa aber zu viele weiße Flecken auf der Landkarte, die vor allem durch einen stärkeren Wettbewerb unter den Anbietern behoben werden könnten. "Wettbewerb, Wettbewerb, Wettbewerb", forderte sie.

Telekom-Chef René Obermann entgegnete der EU-Kommissarin, die milliardenschweren Kosten für die Bereitstellung der Infrastruktur müssten sich für die Firmen auch lohnen. "Wir wollen eine faire Chance haben, damit auch Geld zu verdienen", sagte er. Großes Potenzial bietet aus seiner Sicht auch die mobile Internetnutzung. Bislang nutze nur ein sehr kleiner Teil aller Handy-Besitzer das Mobiltelefon auch für den Internet-Zugang.

Bei der Konferenz "Digital, Life, Design" diskutieren rund 100 Experten aus Wirtschaft, Kultur und Bildender Kunst seit Sonntag über die Trends der digitalen Mediengesellschaft. Die Veranstalter erwarteten bis zu 1200 Teilnehmer aus Deutschland und dem Ausland. Die Konferenz geht am Dienstag unter anderem mit dem Thema "Generation Web" zur Internetnutzung von Teenagern zu Ende. (pmz)