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EU-Rechnungshof: Vectoring bremst Breitband-Ausbau in Deutschland

Der Europäische Rechnungshof glaubt, Deutschland könne nicht sobald flächendeckend Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit/s ermöglichen.

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EU-Rechnungshof: Vectoring bremst Breitband-Ausbau in Deutschland

(Bild: eca.europa.eu)

Deutschland droht nach Ansicht der EU-Rechnungsprüfer beim Internet-Ausbau in den kommenden Jahren den Anschluss zu verlieren. Das ergab ein Bericht des Europäischen Rechnungshofs, der am Dienstag in Brüssel vorgestellt wurde. Das EU-weite Ziel, bis 2025 flächendeckend Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit/s zu ermöglichen, sei in Deutschland mit der aktuell genutzten Technik "wahrscheinlich nicht zu verwirklichen", hieß es.

Schuld sei das Vectoring, mit dem auch über die alten Telefonleitungen aus Kupfer mittlerweile Geschwindigkeiten bis 50 bis 100 Mbit/s erreicht werden – deutlich kostengünstiger als mit neu verlegter Glasfaser, aber mit wenig Luft nach oben. Auch gelten die beworbenen Geschwindigkeiten nur bei einer begrenzten Anzahl von Nutzern: je mehr Nutzer verbunden sind, desto geringer ist die Geschwindigkeit.

Versorgung mit 30 Mbit/s in allen Mitgliedstaaten in den Jahren 2011 und 2017.

(Bild: eca.europa.eu)

Zudem sei Vectoring nicht so zukunftssicher wie Glasfaser und Koaxialkabel. Und schließlich sei eine Voraussetzung für Vectoring, dass nur ein einziger Anbieter physischen Zugang zur "letzten Meile" hat, wodurch der Wettbewerb eingeschränkt werden könnte.

Bislang liegt Deutschland beim Breitband-Ausbau laut dem Bericht im EU-Mittelfeld: 84 Prozent der Haushalte hatten bundesweit 2017 Zugang zu schnellem DSL mit über 30 Mbit pro Sekunde, darunter etwa jeder zweite Haushalt auf dem Land. Europaweit stieg der Anteil der Haushalte mit Zugang zu schnellen Breitbanddiensten über 30 Mbit pro Sekunde laut Bericht von 48 Prozent im Jahr 2011 auf 80 Prozent 2017.

(mit Material der dpa) / (anw)

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