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EU-Roaming: Verbraucherschutzministerin fordert niedrigere Gebühren für Telefonate ins EU-Ausland

Viele Verbraucher wissen nicht, dass mobiles Telefonieren vom Heimatland ins EU-Ausland teuer ist. Verbraucherschützerin Barley will das ändern.

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Roaming-Gebühren

(Bild: dpa, Friso Gentsch)

Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD) setzt sich angesichts von Kostenfallen für eine Verbesserung der EU-Roaming-Regelungen beim Mobilfunk ein. "Daran arbeiten wir alle gemeinsam", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die EU-Ebene. Zwar koste das Telefonieren vom EU-Ausland nach Hause im Urlaub inzwischen genauso so viel wie im Inland. "Aber das gilt nicht für das Telefonieren von zu Hause in ein anderes EU-Land." Das könne dann sehr teuer werden. "Hier ist Aufklärung wichtig."

Man habe zumindest schon sichergestellt, dass diese Tarife in Zukunft erschwinglicher und günstiger werden, sagte Barley zu EU-Beschlüssen, die für den Herbst geplant sind. Damnach sollen die Kosten bei Telefonaten vom Heimatland in das EU-Ausland auf 19 Cent pro Minute gedeckelt werden.

Ein Problem ist zudem, dass viele Nutzer zum Beispiel nicht wissen, dass bei einer Schiffsreise im Urlaub – etwa von Genua nach Sizilien – die Roaming-Regeln mit den gleichen Kosten wie zu Hause nicht gelten. Diese gelten nur für Internet-Surfen und Telefonieren auf dem Land (terrestrische Verbindungen), nicht aber auf See. So drohen hohe Zusatzkosten, wie jüngst ein Fall zeigte, bei dem eine Familie 12.000 Euro fürs mobile Surfen an Bord zahlen sollte.

"Ich fände es gut, wenn Verbraucher informiert werden, wenn sie einen bestimmten Kostenwert überschritten haben, so dass sie am Ende nicht auf einem riesigen Gebührenberg sitzen", schlug Barley vor. Die Aufklärungspflichten für die Telekommunikationsdienstleister müsse man sich noch einmal anschauen. (mit Material der dpa) / (olb)