EU-Strafermittler nehmen Vorwürfe gegen Skype zurück

Die Einheit für justizielle Zusammenarbeit in Europa hatte Skype vorgeworfen, beim Abhören von VoIP-Telefonaten nicht kooperieren zu wollen.

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Von
  • Dieter Brors

Die europäische Behörde zur Koordinierung grenzüberschreitender Strafermittlung Eurojust hatte Skype vorgeworfen, das Abhören von VoIP-Telefonaten durch ein Verschlüsselungssystem zu verhindern, das als gut gehütetes Geschäftsgeheimnis gewahrt werde. Da organisierte Kriminelle etwa in Italien zunehmend VoIP-Dienste wie Skype nutzten, verhindere dies die Kriminalitätsbekämpfung.

Gegenüber US-Medien hatte die eBay-Tochter dem allerdings heftig widersprochen. Vielmehr habe man Eurojust längst eine Mitarbeit angeboten. Dieser Darstellung haben sich mittlerweile auch die EU-Strafermittler in einem neuen Statement angeschlossen. Demzufolge habe Skype bereits im September 2006 an einem ersten strategischen Treffen zur Internet-Telefonie teilgenommen und eine Kooperation mit den Behörden vereinbart.

Gegenüber britischen Medien erklärte ein Eurojust-Sprecher den Sinneswandel damit, man habe Skype in der ursprünglichen Erklärung nur als Beispiel genannt, da es sich dabei um den bekanntesten Anbieter von Internet-Telefonverbindungen handele. Skype begrüßte die Richtigstellung und kündigte an, auch künftig mit Eurojust und Strafermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten, soweit dies rechtlich und technisch möglich sei. (db)