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EU-Studie: Kinderschutz-Filter oft noch unzureichend

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Vor allem im Web 2.0 zeigt Software zur Kindersicherung am PC noch Schwächen. Dies hat eine am Donnerstag veröffentlichte Vergleichsstudie von 26 Programmen im Rahmen des "Saf er Internet"-Programms der EU-Kommission ergeben. Demnach lassen sich mit 84 Prozent der untersuchten Programme nicht für Kinder geeignete Seiten recht gut blockieren. Während die Erfolgsquote wird vor allem beim Filtern von Erotikangeboten hoch sei, funktioniere das bei Webseiten rund um Magersucht, Suizid oder Selbstverstümmelung weniger gut. Gleichzeitig würden teils Angebote mit besonders kindgerechten Inhalten fälschlich blockiert.

Nur wenige der Filter sind der Studie zufolge imstande, Inhalte in sozialen Netzwerken, Foren oder Blogs zu durchforsten. Auch Instant-Messaging- und Chat-Anwendungen könnten oft nicht blockiert werden, monieren die Autoren der Studie. Zudem gebe es die meisten Programme nur in Englisch. Von den zwei untersuchten Filterprogrammen für Smartphones und den drei Varianten für Spielkonsolen seien nicht einmal alle in der Lage, Webinhalte zu filtern. Dabei gingen 31 Prozent der Kinder in Europa mit ihrem Mobiltelefon und 26 Prozent mit den auf Spiele spezialisierten Kleinrechnern ins Internet.

Die Tester hatten die PC-Kindersicherungen anhand der Vorgaben für die zwei Altersgruppen bis zehn Jahre und ab 11 Jahren anhand der Kriterien Funktionsumfang, Sicherheit, Wirksamkeit und Benutzerfreundlichkeit im Herbst vergangenen Jahres untersucht. Eine interaktive Datenbank mit den Ergebnissen ist im Internet abrufbar. Für die erste Altersgruppe sicherten die in Mac OS X und Windows Vista integrierten Filter Platz 1 beziehungsweise 3 der erstellten Rangliste (PDF-Datei). Platz 2 belegte die Lösung SafeEyes, auf Platz vier landete Cyber Patrol. Auf den hintersten Plätzen in der Gesamtübersicht landeten CyberSieve, Norman und FilterPak.

Laut dem parallel veröffentlichten zweiten Teil der Studie EU Kids Online setzt nur ein Viertel der Eltern in der EU überhaupt Software ein, um die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu beaufsichtigen. Für die Untersuchung (PDF-Datei) wurden zwischen April und August 2010 über 25.000 Kinder und jeweils ein Elternteil in 25 europäischen Ländern befragt. Demnach bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten, die von 54 Prozent im Vereinigten Königreich bis zu neun Prozent in Rumänien reichen. Deutschland liegt genau im Durchschnitt von 25 Prozent. Der erste Teil der Analyse hatte ergeben, dass 39 Prozent der europäischen Kinder und Jugendlichen bereits mit Schattenseiten des Internets in Berührung gekommen sind. (vbr)

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