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EU-Wettbewerbshüter: IBM darf Red Hat übernehmen

Die EU-Kommission hat keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen die geplante Übernahme des Linux-Anbieters Red Hat durch IBM.

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IBM-CEO Ginny Rometty will mit Red Hat im Cloud-Geschäft wachsen.

(Bild: IBM/Red Hat/Montage: heise online)

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Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Softwareanbieters Red Hat durch IBM ohne Auflagen genehmigt. Nach der Überprüfung der Fusion seien die Wettbewerbshüter zu dem Schluss gekommen, "dass das Vorhaben wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist", teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Im Mai hatten bereits die US-Behörden grünes Licht gegeben.

Beide Anbieter seien im Geschäft mit Unternehmenskunden, hieß es von der Kommission weiter. Während Red Hat vor allem auf dem Gebiet der quelloffenen Software und Unterstützungsdienste tätig sei, biete IBM ein breites Spektrum von IT-Lösungen an. Bei der Überprüfung habe die Kommission festgestellt, dass sich das fusionierte Unternehmen auf verschiedenen Märkten weiterhin gegen erhebliche Konkurrenz durch andere Marktteilnehmer behaupten müsse.

Die Kommission hat den Angaben zufolge geprüft, ob sich IBM mit Einschnitten bei der Interoperabilität von Red Hat mit anderen Produkten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte. Dabei sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, "dass das neue Unternehmen nicht über eine ausreichende Marktkraft verfügen wird", um Wettbewerber "auszuschließen oder zu marginalisieren". Darüber hänge der Erfolg von Red Hat erheblich von seiner Neutralität ab.

Sollte IBM den Zugang zum Quellencode von Red Hat verschlechtern oder die Entwicklung offener Projekte beeinflussen, rechnet die Kommission mit "starken unerwünschten Gegenreaktionen" der Open-Source-Gemeinschaft, die sich negativ auf Red Hat und seine Produkte auswirken dürften.

IBM hatte die geplante Übernahme von Red Hat im Oktober 2018 angekündigt. Der US-Computerriese will rund 34 Milliarden US-Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) für den Open-Source-Spezialisten auf den Tisch legen. Red Hat soll Teil von IBMs Hybrid-Cloud-Sparte werden, aber seine Eigenständigkeit behalten. Mit der Genehmigung der EU-Behörden bleibt das Geschäft auf Kurs für einen Abschluss in der zweiten Jahreshälfte.

Der Mega-Deal ist der bisher größte für IBM und eine der größten Übernahmen auf dem US-amerikanischen Tech-Sektor. Abgesehen von der 165 Milliarden schweren Fusion von AOL und Time Warner im Jahr 2000, waren die bisher größten Tech-Deals die Übernahme des Storage-Spezialisten EMC durch Dell im Jahr 2015 (67 Milliarden US-Dollar) und die Übernahme von SDL durch JDS Uniphase (JDSU) im Jahr 2000 (41 Milliarden US-Dollar). (vbr)