EU-Wettbewerbshüter nehmen sich Googles Jobsuche vor

EU-Kommissarin Margrethe Vestager hat bestätigt, dass sie ein Auge auf Googles Jobsuche wirft und stellt das in Zusammenhang mit einem anderen Verfahren.

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(Bild: Google)

Von
  • Andreas Wilkens

Die EU-Kommission reagiert auf Beschwerden von Online-Stellenbörsen über Google. Die für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager wies am Dienstag in einer Rede in Berlin auf die Geldbuße von fast 2,5 Milliarden Euro hin, die sie vor zwei Jahren gegen Google verhängt hatte, weil das Unternehmen seinen eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt hatte. Nun schaue die Kommission, ob Google mit seiner Jobsuche ähnlich gegen Wettbewerbsregeln verstößt.

Vor kurzem war bekannt geworden, dass zwei Dutzend Online-Stellenbörsen aus Europa Margrethe Vestager aufgefordert hatten, Googles Jobsuche an die Leine zu legen. In dem Zusammenhang hatte Reuters berichtet, Vestager untersuche bereits Googles Angebot. Die Äußerungen der EU-Kommissarin bestätigen nun den Bericht.

Plattformen agierten einmal als solche und als Anbieter, führte Vestager am Dienstag aus. Das heißt, sie konkurrierten dadurch mit anderen Unternehmen, die auf derselben Plattform tätig sind. Dadurch ergäben sich Interessenkonflikte, die dazu führen könnten, das eigene Angebot anderen gegenüber zu bevorzugen.




So habe Google gehandelt, als es seinen eigenen Preisvergleichsdienst gegenüber anderen hervorgehoben habe, das resultierte in der Milliarden-Geldbuße. "Nun schauen wir, ob das Gleiche in anderen Bereichen des Google-Geschäfts passiert wie zum Beispiel bei Google for Jobs", sagte Vestager.

Insgesamt gehe es aber um mehr als um solche Einzelfälle. Es gehe um die Frage, ob Unternehmen wie Google Erfolg oder Misserfolg anderer Unternehmen kontrollieren können und ob diese Macht generell reguliert werden müsse, damit diese Plattformen sie fair einsetzen.

Sein zwei Jahre altes Angebot der Jobsuche führte Google im Mai auch in Deutschland ein. Wer auf der normalen Suchmaschine mit gängigen Anfragen nach Stellenangeboten fahndet, erhält solche in einer extra hervorgehobenen Übersicht über den Suchergebnissen. Die Inhalte stammen von Partnern mit eigenen Stellenbörsen und führen auch dorthin. 23 europäische Anbieter von Online-Stellenbörsen hatten Vestager aufgefordert, Google angeblich unfaire Praktiken zu untersagen, während die Jobsuche des US-Konzerns untersucht wird. (anw)