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EU genehmigt Beihilfen für Dresdner AMD-Werk

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Deutschland darf den Chipherstellers AMD in Dresden mit staatlichen Beihilfen in Höhe von 262 Millionen Euro unterstützen. Das Geld diene Erweiterungsplänen und sei mit EU-Wettbewerbsrecht vereinbar, teilte die EU-Kommission mit. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, die Entscheidung werde helfen, die regionale Entwicklung zu fördern und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Nach den Angaben könnten durch die Erweiterungspläne mit den staatlichen Beihilfen 565 Arbeitsplätze geschaffen werden. AMD will eines seiner beiden Mikroprozessor-Werke in Dresden erweitern und umbauen; die Investitionspläne des US-Unternehmens dafür belaufen sich auf 2,2 Milliarden Euro. Die Investition werde der regionalen Entwicklung in Sachsen starke Impulse geben, ist sich die EU-Kommission sicher.

Für eine komplett neue Fab von AMD hat Dresden aber wohl das Nachsehen: Der US-Bundesstaat New York hat bereits Ende vergangenen Jahres eine Beihilfe in Höhe von 650 Millionen US-Dollar genehmigt; AMD hat nach der Vereinbarung die Option, in einem Zeitfenster vom Juli 2007 bis Juli 2009 mit dem Bau der insgesamt auf 3,2 Milliarden Dollar Baukosten geschätzten Fabrik zu beginnen und die Subvention einzustreichen. Zuletzt hatten AMD-Sprecher erklärt, es gebe auch die Möglichkeit, Partner in den Aufbau der neuen Chipfabrik in New York einzubinden.

AMD hatte trotz der sehr wahrscheinlichen Investition in den USA betont, man werde am Standort Dresden festhalten. Sächsische Politiker befürchteten aber bereits, Dresden gerate ins Hintertreffen, da die EU die möglichen Beihilfen reduziert habe. Für das neue AMD-Werk, für das New York 650 Millionen beisteuert, sind in Sachsen nach den EU-Richtlinien seit Anfang des Jahres Beihilfen von 365 Millionen Dollar möglich.

Wie sich die Produktions- und Investitionsvorhaben von AMD in Zukunft gestalten, wird aber neben den möglichen Beihilfen auch von der weiteren Geschäftsentwicklung abhängen: So dürfte man sowohl in Dresden als auch in Malta (New York) gespannt auf die Vorlage der AMD-Bilanzen am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA blicken. Nach Verlustquartalen und immer neuen Hiobsbotschaften über mögliche Verzögerungen bei der neuen Prozessorgeneration mit Vierkernprozessoren hatte es bereits Spekulationen über eine komplette Auslagerung der Chipfertigung bei AMD gegeben. (jk)