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EU prüft Musik-Fusion zwischen Sony und BMG genauer

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Die Europäische Kommission will den angestrebten Zusammenschluss zwischen der Bertelsmann Music Group (BMG) und Sony Music wie erwartet genauer prüfen. In der einmonatigen Routineprüfung haben sich laut Mitteilung der Kommission Befürchtungen ergeben, dass die Fusion zur "Begründung oder Stärkung einer beherrschenden Stellung" der beiden Plattenfirmen auf dem Markt der Musikaufnahme führen könnte. Während der weiteren Untersuchung will die Kommission auch eventuelle Wettbewerbsprobleme im Hinblick auf andere Märkte prüfen, wie zum Beispiel Fernsehen im Falle von Bertelsmann und Internet-Vertrieb von Musikkopien/tragbare Abspielgeräte bei Sony.

Mehrere andere Unternehmen haben laut Kommission die Befürchtung geäußert, dass Bertelsmann in seinen Sendern wie RTL Musik von SonyBMG bevorzugen und den gleichberechtigten Zugang konkurrierender Tonträgerunternehmen zu den Rundfunkmärkten in einigen Mitgliedstaaten beeinträchtigen könnte. Auch die US-amerikanische Computerfirma Apple hat Einwände gegen die Fusion, insbesondere wegen der möglichen bevorzugten Stellung des geplanten Online-Dienstes Sony Connect.

Sony und Bertelsmann hatten am 9. Januar für die Fusion ihrer Musiksparten in einem Gemeinschaftsunternehmen namens SonyBMG eine Genehmigung nach der Fusionskontrollverordnung beantragt. Die Unternehmensbereiche Musikverlag und Herstellung und Vertrieb von Tonträgern sollen weiterhin getrennt geführt werden. Nach der ersten Prüfungsphase kam die Kommission zu dem Ergebnis, "dass die mögliche Begründung oder Stärkung einer oligopolistischen beherrschenden Stellung der verbleibenden vier großen Tonträgergesellschaften -- Universal, SonyBMG, Warner und EMI auf dem Musikaufnahmemarkt einer genaueren Untersuchung bedarf".

Die verbleibenden vier großen Anbieter würden in Europa wie in den meisten nationalen Märkten des Europäischen Wirtschaftsraums einen Marktanteil von ungefähr 80 Prozent erreichen, teilt die Kommission mit. SonyBMG und Universal würden alleine etwa die Hälfte des Tonträgermarktes kontrollieren. Die Einleitung der zweiten Prüfungsphase greife dem endgültigen Ergebnis der Untersuchung nicht vor, heißt es weiter. Für diese hat die Kommission bis zum 22. Juni Zeit. (anw)