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EU signalisiert schnelle Entscheidung über Hilfen für Qimonda

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Zur Rettung des insolventen Speicherhcipherstellers Qimonda hat die EU schnelle Entscheidungen über staatliche Hilfen signalisiert. Brüssel werde einen Antrag zur Genehmigung von Beihilfen sehr kurzfristig prüfen, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) laut einer Mitteilung nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, in Brüssel. Der Gläubigerausschuss von Qimonda berät am Freitagnachmittag in München über Chancen auf weitere Überbrückungskredite für den insolventen Speicherchiphersteller.

Barroso sei sich der besonderen Situation der europäischen Mikroelektronik bewusst, sagte Tillich nach dem Vier-Augen-Gespräch. "Die Kommission hat das Thema erkannt", sagte er. Für potenzielle Investoren am Chipstandort Sachsen sei das ein wichtiges Signal. "Für eine Rettung des Unternehmens ist zwingend, dass ein privater Investor gefunden wird." Der Freistaat sei nach wie vor bereit, bei Vorlage eines belastbaren Businessplanes Qimonda zu helfen. Das Unternehmen müsse eine Perspektive haben. Der Freistaat hatte vor der Ende Januar angemeldeten Insolvenz noch Mitte Dezember Qimonda ein 150 Millionen Euro Darlehen angeboten. Das staatliche Rettungspaket, an dem sich auch der angeschlagene Mutterkonzern Infineon beteiligen wollte, war zunächst gescheitert

Beim Gläubigerausschuss geht es nun darum, wie es nach dem 1. April weitergeht, hieß es aus gut informierten Kreisen. Gespräche mit möglichen Investoren liefen zwar weiter auf Hochtouren, ein möglicher Abschluss sei voraussichtlich aber nicht vor Ende März zu schaffen. Dann läuft das Insolvenzgeld aus und Qimonda benötigt frisches Kapital. Um an Kredite zu kommen, wird auch wieder intensiv mit staatlichen Stellen über mögliche Bürgschaften verhandelt.

Von der Insolvenz sind rund 12.000 Qimonda-Mitarbeiter weltweit betroffen, allein rund 3200 im Dresdner Werk. Die Schließung des Standortes würde sich beträchtlich auf den Klein- und Mittelstand auswirken. Etwa 5000 weitere Jobs in der Zulieferindustrie wären betroffen.

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(dpa) / (jk)