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EU startet Fingerabdruck-Datenbank für Asylbewerber

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Heute startet das erste Europäische Fingerabdruck-Identifizierungssystem (EURODAC). Es soll zur Speicherung der Fingerabdrücke von Asylbewerbern und von illegalen Zuwanderern dienen, teilt die EU-Kommission mit. Es sei ein wichtiges Instrument bei der Entwicklung des gemeinsamen europäischen Asylsystems, das der Europäische Rat auf seiner Tagung im finnischen Tampere im Oktober 1999 gefordert hat.

Ab sofort nehmen alle EU-Staaten außer Dänemark sowie Norwegen und Island die Fingerabdrücke aller Asylbewerber über 14 Jahren. Diese sollen mit Daten verglichen werden, die von den anderen teilnehmenden Staaten erfasst und in der zentralen Datenbank gespeichert sind. Falls das System EURODAC feststellt, dass die Fingerabdrücke bereits registriert wurden, wird der Asylbewerber in das Land zurückgeschickt, in dem die ursprüngliche Registrierung stattfand.

EURODAC besteht aus einem von der Europäischen Kommission verwalteten zentralen System für den Abgleich von Fingerabdrücken. Diese zentrale Datenbank, kurz AFIS (Automated Fingerprint Identification System), soll bis zum Jahr 2004 rund zwei Millionen Einwanderungs- und Asylanträge verwalten. Das Identifizierungssystem, vom französischen IT-Dienstleister Steria entwickelt, soll rund 500.000 Vergleiche pro Sekunde ermöglichen und mit einer Genauigkeit von 99,9 Prozent arbeiten. Das System verwendet Hardware des französischen Computer-Unternehmens Bull und basiert auf einer Entwicklung des Biometrie-Spezialisten Cogent Systems. (anw)